Kältewelle
Brrr! – Eine Kaffeetasse ist Schuld an der Eiseskälte

Die Minustemperaturen belasten uns alle. Ein paar gute Effekte hat die Kälte aber doch: So dürfen wir uns zum Beispiel für die Obstbauern und die Kleinvögel freuen.

Silvana Schreier
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Die Obstbäume im Baselbiet versanken im Januar im kalten Weiss. Foto: Franz Schweizer
52 Bilder
Blick auf das winterliche Münster
Das gibt kalte Füsse.
Man glaubt die Stille zu hören
Schnee in Basel
Schneeschaufeln wie auf dem Land.
Selbst in der Stadt hat es genug Schnee, um einen Schneemann zu bauen.
Der Rhein sieht in diesem Ambiente noch kälter aus, als er wahrscheinlich ist.
Das ausgestorbene Kleinbasler Rheinufer.
Die Schüler mussten sich beim Ausflug gut einpacken
Zum Glück sind die Drämmli beheizt.
hoffentlich müssen wegen der glatten Strassen nicht zu viele ins Unispital.
Der Sechser fährt über die verschneite Mittlere Brücke
Unterwegs geht momentan alles ein wenig langsamer
Die Polizei muss auch bei diesem Wetter raus - wer daran mehr Spass hat, Herrchen oder Hund, bleibt uns verborgen
Idylle in Bubendorf
Die Landschaft präsentiert sich als perfektes Filmset – die Coen-Brüder würds freuen
Ein kleines Narnja
Auch die Pferde sind gut eingepackt
Mit dem Schnee kommen die Probleme: Auf den Schienen kam es wegen des Schnees zu Verspätungen.
Auch Tram- und Buslinien in Basel waren verspätet.
Der Grund: Schneefall
Rutschgefahr auf den Perrons am Bahnhof Basel SBB.
Die Schneeräumer haben viel zu tun.
Es wird fleissig Salz gestreut...
...damit die Pendler zu Fuss ohne Zwischenfälle von A nach B kommen.
Mütze, Handschuhe und dicke Jacken: Pendler warten eingepackt auf dem Centralbahnplatz.
Tempo drosseln: Auf den matschigen Strassen lohnt es sich, vorsichtig zu sein.
Spuren im Schnee.
Ob mit Velo, im Auto oder zu Fuss: Vorsicht ist angebracht!
Ton in Ton präsentiert sich Basel am Dienstagmorgen.
Nur einzelne Farbflecken sind im eintönigen Weiss zu finden.
Der Himmel ist grau, die Sonne mag nicht durchdrücken.
Der Schnee wird mit Salz zum schmelzen gebracht ...
... oder gleich mit dem Schneepflug aus dem Weg geräumt.
Viele haben das Auto stehen gelassen und sind bei diesem Wetter zu Fuss oder mit dem öV unterwegs.
Herrchen und Hundchen müssen aber bei jedem Wetter raus.
Aufs Velo hingegen schwingen sich nur die Mutigen.
Alle anderen gönnen ihren Zweirädern eine Pause.
Und warten auf velo-freundlichere Strassenverhältnisse.
Auf dem Weg in den Einsatz: Schneepflüge sind in der ganzen Stadt unterwegs.
Das Tram ist ein Farbtupfer im verschneiten Basel.
Auf den Strassen verwandelt sich die weisse Pracht schnell in dreckigen Matsch.
Schneeräumen ist auch im Elisabethenpark angesagt.
Parkierte Velos sind im Nu eingeschneit.
Auf den Brückengeländern wird der Schnee höher und höher.
Ja nicht ablenken lassen. Auf den Trottoirs herrscht Rutschgefahr.
Der Barfi im Schnee. Die warme Stube verlässt nur, wer keine andere Wahl hat.
Diese Sitzplätze will bei diesem Wetter niemand: Der Burger King in der Steinen.
Auch in Liestal ist alles weiss.
Die abgehängte Weihnachtsbeleuchtung im Stedtli.

Die Obstbäume im Baselbiet versanken im Januar im kalten Weiss. Foto: Franz Schweizer

Picasa;Franz Schweizer;

Seit 30 Jahren war es im Januar nicht mehr so kalt wie in diesem Jahr. Der Schuldige für die Kältewelle ist schnell gefunden: «Stellen Sie sich vor: Eine Kaffeetasse fällt um, der Kaffee läuft über den ganzen Tisch. Auf das Wetter bezogen, heisst das, es leerte sich eine riesige Tasse voller kalter Luft über Russland aus und die verteilte sich bis zu uns», erklärt Karl Gutbrod, Geschäftsführer des Basler Wetterbüros «Meteoblue». Die eisigen Temperaturen stünden im Gegensatz zu den vergangenen drei bis vier Jahren: «Bis vor Weihnachten gab es die letzten vier Jahre über keinen richtigen Frost in Basel.» Es gebe aber halt selten ein «Durchschnittswetter», sagt Gutbrod.

Wir spüren einen gewissen Wunsch nach Wärme ... Tokind Paintmoutnain / via Facebook
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Auch hier heisst es: Den Sommer trägt man im Herzen! Roberta Gremminger / via Facebook
Ganz klassisch mit Besen und Hut. Bambi Di Pazza Rüegg / via Facebook
Auch mit wenig Schnee ... ... kann man einen Schneemann bauen, dänk.
Verschnaufpause! Gebaut von Familie Gaberthüel sitzt dieser Schneemann in der Nähe des Friedhofs Bergli in Zofingen.
Wer ist der Schuldige? Massimo und Markus amstutz / Zofingen AG
Bad Hair Day? Monika Siegrist / Uerkheim AG
Ein echter Schweizer kennt keine Kälte. Familie Sinners / Strengelbach
Weihnachten ist zwar vorbei ... ... aber das stört mich doch nicht!
Adrett und schlaksig.
Ein freundlicher weisser Riese. Familie De Liquori / Zofingen AG
Fast unheimlich realistisch, der kalte Mann. Jolanda Ernst / Utzenstorf BE
Die Null-Kalorien-Variante. SuzAna Senn-Benes / Nussbaumen AG 2
Es ist angerichtet! SuzAna Senn-Benes / Nussbaumen AG
Ob die Verarztung noch hilft? Sandrine Gygax / Suhr AG
FC Wettingen-Fan. Kurt Mathys / Wettingen AG
Wenigstens einer der Familie beherrscht den Kopfstand. Lilly Flückiger / Hausen AG
Schneemänner Januar 2017
Leicht gequält: Ob er ein Gfrörli ist? Jolanda Ernst / Utzenstorf BE
Mal einer, der nicht stehen muss. Peter Lauber / Oberbuchsiten SO
Hände in die Höhe! Claudia Kropf / via Facebook
Zwei neue Freunde. Christoph Erismann / Suhr AG
Der eine echt, der andere nicht. Domina Steffen / via Facebook
Jööö. Esther Tellenbach / Seon AG
Nicht zu übersehen! Martin Zimmermann / Mägenwil AG
Das Schicksal eines jeden Schneemanns. Felix Klingele / Laufenburg AG
Unübersehbar ist dieser kalte Kerl ein HC Davos-Fan. Selina Koch / via Facebook
Wann wird diese Freundschaft enden? Jenny London / via Facebook
Schneedame. Blazenka Grgic-Subasic / via Facebook
Ob ihm das Sonnenbad gut bekommt? Nici Geissbühler / via Facebook
Dieser Schneemann wollte am Dienstagabend selbst Schnee schippen. Stephanie Igel / via Facebook
Dieser süsse Kerl ist nur eine Hand gross. Jasmin Nathalie Bachmann / via Facebook
Fenstersimsschneemännchen. Robert Steinmann / via Facebook
Das sind Amely und Schneekönigin Elsa. Martha Vogt Krebs / via Facebook
Das kalte Herz am rechten Fleck. Nicole Kaspar / via Facebook
Schnee-Büsi von vorne. Alekxandra Mihajlovic / via Facebook
Schnee-Büsi von der Seite. Alekxandra Mihajlovic / via Facebook
Leichter Seitenschlag für diesen Kerl hier. Jrene Lüscher-Grossenbacher / via Facebook
 Yvonne Seiler / via Facebook
 Fränzi Heim-Schmid / via Facebook
Wer ist schon gerne alleine bei dieser Kälte. Fränzi Heim-Schmid / via Facebook
Dieses Exemplar hat es auf eine stolze Grösse von 2,5 Metern gebracht. Emma Strauss / via Facebook
Statt Schneemann heissts hier Schneebär. Lea Rohrbach / Biberist SO
Gut ausgestattet auch bei Nacht. Fränzi Heim-Schmid / via Facebook
Unser Redaktor Elìa Diehl genoss es, sich wiedermal wie ein Kind zu fühlen. Elìa Diehl, az-Onlineredaktor aus Aarau
Werden sich diese beiden Herren demnächst duellieren? Willy Keller / Schönenwerd SO
Gut, das ist nicht wirklich ein Schneemann. Anschauen tun wir ihn trotzdem gerne. Um dann von der Wärme zu träumen. Peter Kaspar / via Facebook
Schneemann mit Aussicht. Ivelina Antonova / Aesch BL
Eher ein Schneemann aus Zufall, wie er hier auf dem Fudenchopf ob Gränichen. Regula Toscan / Gränichen AG
Jööö – dieses Schneegetier erhielt sogar noch einen Anstrich. Birgit Mutz / Schönenwerd SO
Jööö. Esther Tellenbach / Seon AG
Und zu guter Letzt, der Gleichberechtigung wegen, hier noch eine Schneefrau. Christine Haefliger-Meyer / via Facebook

Wir spüren einen gewissen Wunsch nach Wärme ... Tokind Paintmoutnain / via Facebook

Zur Verfügung gestellt

Wenn wir frierend an der Tramhaltestelle stehen, ist uns das herzlich egal: Wir haben genug von der Kälte. Wir wollen, dass sich unser Kaffee auf dem Weg ins Büro nicht mehr in Kaffee-Glace verwandelt. Wir wollen warme Füsse, ohne dass wir die rot-gelb gestreifen Wollsocken tragen müssen, die uns unsere Tante zu Weihnachten geschenkt hatte. Wir wollen kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir unseren Freund zehn Minuten in der Eiseskälte haben warten lassen. Und die Minustemperaturen haben noch ganz andere unerfreuliche Nebenwirkungen:

Die Bauern müssen stets aufpassen: «Gerade gestern habe ich gehört, dass einigen Bauern die Wasserleitungen über Nacht eingefroren sind», sagt Franziska Hochstrasser, Geschäftsführerin des Bauernverbands beider Basel. Täglich müssen Kontrollgänge gemacht werden.

Der Grenzwert der Feinstaub-Belastung wurde in den vergangenen Tagen an den Stationen der Region überschritten. Die Werte bewegen sich momentan im gelben Bereich, der eine deutliche Luftbelastung bedeutet. «Ein Anstieg der Feinstaubbelastung war erwartbar», sagt Markus Camenzind vom Lufthygieneamt beider Basel. Eine Überschreitung des Grenzwerts gebe es jeden Winter mal. Trotzdem könnten gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten, besonders bei älteren Leuten, Kindern und Personen mit Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen.

Im Basler Zolli musste ebenfalls auf die Kälte reagiert werden. Die Giraffen erhielten Hausarrest: «Da bei Glatteis die Sturzgefahr zu hoch ist, dürfen sie nur auf die überdachte Veranda», sagt Tanja Dietrich vom Basler Zolli. Weiter müssen die grossen Ohren der Elefanten geschützt werden, weshalb die grauen Riesen nur kurz raus dürfen. Unzufrieden sind auch die Brillenpinguine aus Afrika: Ihnen gefällt die Kälte gar nicht. Sie bleiben lieber drinnen.

Hoffentlich bleibt die Zunge nicht kleben.
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Die Pinguine geniessen den Auslauf.
Bewegung hilft gegen das Schlottern.
Hä, kalt Mir doch egal
Während die Rentiere ganz in ihrem Element sind.
Rosy und Heri macht die Kälte nichts aus.
Die Bisons sind so oder so warm eingepackt.
Kume gönnt sich einen Drink.
Orang Utan Bagus ist das Weiss nicht ganz geheuer.
Bei den Affen gibt es eine Schneeballschlacht.

Hoffentlich bleibt die Zunge nicht kleben.

Zur Verfügung gestellt

Nicht alles an den eisigen Temperaturen ist jedoch schlecht. Ein paar positive Seiten hat die Kälte immerhin:

Endlich erfrieren die Schädlinge an den Obstbäumen. Und mit weniger Ungeziefer erzielen die Bauern bessere Obsternten.

«Im vergangenen Jahr haben die Buchen so viele Buchennüssli produziert, wie seit 30 Jahren nicht mehr», so Michael Schaad von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Die meisten Kleinvögel dürften sich deshalb momentan im Wald aufhalten. Und das Festmahl geniessen.

Und wir können uns trösten: Der Januar 2017 war kalt, aber nicht so kalt wie der Februar 2012: «Damals wurde die tiefste Temperatur seit 1985 gemessen», so Gutbrod.

Zu guter Letzt: «Der Hochnebel wird sich bis Samstag auflösen», sagt der Wetterexperte. Und bis zum Ende der kommenden Woche würden die Temperaturen wieder auf zehn bis zwölf Grad steigen.