Strafgericht
Bruderholz-Einbrecher wegen versuchten Mordes für 12 und 8,5 Jahre veruteilt

Die beiden brutalen Einbrecher, die im Oktober 2012 auf dem Bruderholz eingebrochen sind, müssen hinter Gitter. Der Hauptangeklagte, ein 56-jähriger Montenegriner, wurde für 12 Jahre verurteilt. Sein Komplize muss 8,5 Jahre ins Gefängnis.

Patrick Rudin
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Das Gericht verurteilte den Haupttäter zu 12 Jahren und den Komplizen zu 8,5 Jahren hinter Gittern. (Symbolbild)

Das Gericht verurteilte den Haupttäter zu 12 Jahren und den Komplizen zu 8,5 Jahren hinter Gittern. (Symbolbild)

Keystone

Der 56-jährige Hauptangeklagte schüttelte immer wieder den Kopf und grummelte vor sich hin, doch das Urteil steht: Wegen eines versuchten eventualvorsätzlichen Mordes sowie schweren Raubes muss der Mann aus Montenegro für 12 Jahre hinter Gitter.

Er war im Oktober 2012 auf dem Bruderholz eingebrochen, hatte im Schlafzimmer die 68-jährige Rentnerin überrascht, sie mehrfach geschlagen, am Hals gepackt und deren Gesicht kräftig in das Kissen gedrückt, bis sie schliesslich den Schlüssel zum Tresor rausrückte.

Insbesondere aufgrund der Stauungsblutungen habe das Opfer dabei in Lebensgefahr geschwebt, sagte Gerichtspräsidentin Liselotte Henz heute an der Urteilseröffnung. Sie bezeichnete den Mann als Berufsverbrecher und Kriminaltouristen.

«Was soll ich machen, die Frau rief um Hilfe, und ich konnte sie nicht um Hilfe rufen lassen. Wir mussten etwas tun», hatte der Mann noch in der Voruntersuchung zugegeben. Im Gerichtssaal hingegen gab er sich wortkart.

Auch Komplize zu Haft verurteilt

Bei dem Überfall dabei war auch ein 35-jähriger Mann aus Serbien, die fünf Richter hielten ihm lediglich zugute, dass er bei den schweren Misshandlungen nicht federführend gewesen sei. Dennoch wurde auch er wegen versuchten Mordes und Raub verurteilt, er muss für 8,5 Jahre ins Gefängnis.

«Er war kein passiver Beobachter dieser brutalsten Übergriffe, sondern hat aktiv mitgestaltet», so Henz. Beide hätten den Tod der Frau aus rein egoistischen Motiven in Kauf genommen. Das Opfer hat sich zumindest körperlich von dem Überfall wieder erholt, das Gericht sprach der Frau eine Genugtuung von 25'000 Franken zu.

Doch das unscheinbare Reiheneinfamilienhaus mit einer Gold- und Schmucksammlung im Wert von rund 100'000 Franken wurde nicht zufällig ausgewählt: Ein teilweise Sozialhilfe beziehender türkischer Coiffeur hatte eine Freundschaft zum reichlich naiven und plauderfreudigen Sohn der Rentnerin aufgebaut, indem er ihm zu überhöhten Preisen alte Mobiltelefone abkaufte oder zur Mutter chauffierte. Der Tipp vom Coiffeur ging an einen 32-jährigen Bosnier, und dieser fungierte vor und nach dem Einbruch als Chauffeur.

Das Gericht verurteilte die beiden in Basel wohnhaften Männer jeweils zu teilbedingten Strafen: Den Türken wegen Anstiftung, den Bosnier wegen Mittäterschaft beim Einbruch. Beide wurden auch der Hehlerei schuldig gesprochen.

Henz kündigte auch an, das Sozialamt werde die Nebentätigkeiten des Coiffeurs als dubioser Goldhändler wohl noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, insbesondere die beiden Haupttäter werden den Fall wohl ans Appellationsgericht weiterziehen.