Trillerpfeifen und Reden am Megafon waren gestern vor dem Regierungsgebäude in Liestal zu hören. Rund 20 Hebammen und Pflegende der Frauenklinik Bruderholz (und ungefähr gleich viele Sympathisanten) demonstrierten gegen die Folgen der Auslagerung ihrer Klinik ins Basler Bethesda-Spital.

Die Angestellten sind verunsichert, weil sie nicht wissen, ob und unter welchen Bedingungen sie vom neuen Spital übernommen werden. «Es droht ein Trauerspiel für die Angestellten», sagte Marianne Meyer Lorenceau, Sekretärin des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) Region Basel, der zur Demo aufgerufen hatte. Die Hebammen und Pflegenden kämen nämlich in den Verhandlungen zwischen dem Kantonsspital Baselland (KSBL) und dem Bethesda-Spital gar nicht vor. Dabei verpflichte das Obligationenrecht den neuen Arbeitgeber, den bisherigen Gesamtarbeitsvertrag zu übernehmen.

Stattdessen rate das KSBL den Frauenklinik-Angestellten, sich einzeln beim Bethesda-Spital zu bewerben. Dabei, so Meyer, drohten «grosse Verluste in der Vorsorgeeinrichtung. Und die Leitung des Bethesda-Spitals sitzt die Situation aus, damit sie die Übernahme nichts kostet.» Dazu passe, dass der CEO erst nach Abschluss der Übernahmeverhandlungen mit den Personalvertretern reden wolle. Meyer rief die Baselbieter Regierung dazu auf, den Übernahmevertrag nicht zu genehmigen, bevor die Lage der Angestellten geklärt sei. «Und falls sie es trotzdem tut, bleibt uns der Weg übers Gericht.» Der Regierung überreichte sie eine Blackbox, als Symbol für die Unsicherheiten rund um den Übernahmevertrag.

Es wird nicht einfach

Die demonstrierenden Spitalangestellten kaum beruhigt haben dürfte Olivier Kungler, der Generalsekretär der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, der die Box anstelle des ferienanwesenden Regierungsrates Thomas Weber entgegennahm. Er betonte nämlich, das KSBL handle selbstständig. Die Spitalleitung habe nur zugesichert, für alle diejenigen, die im Bethesda-Spital keinen Platz fänden, eine Anstellung zu prüfen. «Das wird aber nicht einfach, denn es muss eine Aufgabe für sie da sein.» Die Demonstrierenden quittierten diese Aussagen mit Trillerpfiffen.