Bruderholzstrasse
Erste velofreundliche Tramschiene geht in Betrieb: Test dauert zwei Jahre

Das Basler Bau- und Verkehrsdepartement hat an der Tramhaltestelle Bruderholzstrasse ein besonderes Tramgleis verlegt, das für Velofahrende angenehmer zu befahren sein soll. Dem Testlauf gehen mehrere Experimente voraus.

Ali Ahmeti
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Der Gummi in den Tramschienen soll Velofahrende davor bewahren, mit dem Rad in die Schiene zu rutschen.

Der Gummi in den Tramschienen soll Velofahrende davor bewahren, mit dem Rad in die Schiene zu rutschen.

Nicole Nars-Zimmer

Tramschienen sind für Velofahrende brenzlig und führen schnell mal zu einem Unfall. Die Gleise der Tramlinien machen den Fahrrädern besonders an Kaphaltestellen Probleme. An diesen sind die Gehwege besonders weit nach vorne gezogen und hoch gebaut, um Fussgängerinnen und Fussgängern sowie vor allem Personen mit Mobilitätseinschränkungen den Ein- oder Austritt vom Tram zu erleichtern.

Für Velofahrende ist die Durchfahrt jedoch erschwert, da der Abstand zwischen den Gleisen und dem Trottoir sehr klein ist. Diesem Hindernis möchte das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) zusammen mit den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) entgegenwirken.

Die bz testet die neuen Tramschienen an der Haltestelle Bruderholzstrasse.

bz

Tramschienen weiterentwickelt für mehr Sicherheit

Am Montagmorgen schreibt das BVD in seiner Medienmitteilung, dass «das erste velofreundliche Gleis» an der Tramstation Bruderholzstrasse in Betrieb genommen wurde. Damit sollen Velofahrende sorgenfrei an der Kaphaltestelle vorbeifahren können. Die genannte Station dient als Versuch, mit dem man schaut, wie sich das neue System auf die Fahrenden auswirkt.

Weiter teilt das BVD mit, dass die Testphase zwei Jahre lang dauern wird. Das BVD möchte zusammen mit der BVB bereits Ende 2022 eine erste Bilanz ziehen. In dieser Zwischenanalyse wird etwa geschaut, wie belastbar der Gummi ist und wie sich die täglich 150 Tramfahrten auf den Gummi auswirken. Für das neue Gleissystem wird der Schienenoberbau neu konstruiert. Ein Metallkasten ergänzt die Schiene, in welchem ein Gummiprofil angebracht wird. Das ermöglicht den Fahrrädern, drüber zu fahren. Wenn allerdings ein Tram drüber rollt, wird der Gummi nach unten gedrückt.

Gemäss der Medienmitteilung soll dann eine genauere Einschätzung der Zusatzkosten möglich sein. Damit können der Regierungsrat und danach der Grosse Rat entscheiden, ob eine Aufrüstung an den anderen 73 Tramhaltestellen in Basel sinnvoll ist.

Auch unter erschwerten Bedingungen sicher

Die sichereren Tramschienen werden jedoch nicht zum ersten Mal getestet. Auf einer Probestrecke durften Velofahrende das neue System bereits ausprobieren. Der erste Test erfolgte im November 2019 mit 25 Teilnehmenden.

In dreizehn Szenarien wurde geschaut, wie sich die weiterentwickelte Tramschiene bei der Nutzung auswirkt. So fuhren die Velofahrenden etwa an stehenden Autos vorbei, bogen links über die Tramschienen ab und überquerten auch mal die Gleise. Nach dem Erfolg des ersten Tests, den der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) vermeldete, wurde dieses Jahr im August ein zweiter Probelauf gemacht.

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