Es sind brutale Szenen: Vier Männer verprügeln sich, es kommen Gegenstände zum Einsatz, am Schluss liegen sie teilweise blutend am Boden und werden von der Polizei verhaftet. Auf der Plattform Youtube ist das Video von einer gewalttätigen Auseinandersetzung am 17. Juli aufgetaucht. Bei der Schlägerei im Bereich der Kleinhüningerstrasse wurden vier Personen unterschiedlich schwer verletzt.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Basler Staatsanwaltschaft soll sich folgendes zugetragen haben: Drei Schweizer wollten bei einem Kameruner Drogen kaufen. In der Folge eskalierte die Situation, weil es zwischen den Beteiligten bei der Bezahlung beziehungsweise der Drogenübergabe zu einem heftigen gewalttätigen Streit kam. Ungefähr hier setzt wohl das Video ein: Es zeigt, wie sich die drei Schweizer und der Kameruner verprügeln, dieser schreit sie an und bezichtigt sie, seine Tasche und sein Handy gestohlen zu haben. Zwischenzeitlich versuchen die drei Männer zu flüchten.

Der Kameruner verfolgt sie und ruft mehrmals: «Gebt mir meine Sachen zurück!» In einer Einstellung ist zu sehen, wie sie sich mit einem länglichen Gegenstand gegen den Mann wehren, er ihnen diesen aber offenbar abnimmt. Bevor die Polizei eintrifft, wird die Auseinandersetzung immer heftiger, zwei Männer liegen schliesslich am Boden, einer blutet deutlich sichtbar an der Schulter. «Über alle vier Beteiligten hat das Zwangsmassnahmengericht zwischenzeitlich Untersuchungshaft verfügt», sagt Peter Gill von der Basler Staatsanwaltschaft. Bei den Festgenommenen konnten Drogen sichergestellt werden.

Rassistischer Hintergrund?

Das Video wurde offenbar von einem Zeugen gedreht, der dieses auch kommentierend auf Youtube gestellt hat. Er äussert den Verdacht, die Tat sei ursprünglich rassistisch motiviert. Die jungen Schweizer, mindestens einer davon trägt einen rasierten Schädel, hätten den dunkelhäutigen Mann drangsaliert. Ähnlich äusserte sich auch ein Nachbar, der den Vorfall beobachtet haben will, gegenüber «20 Minuten». Bereits vor einigen Tagen war ein Video eines Nachbars aufgetaucht. «Die Stawa geht nicht von einem Delikt mit rassistischem Hintergrund, sondern von einem Drogendelikt aus», sagt hingegen Gill auf Anfrage der bz. Allfällige rassistische Äusserungen einzelner im Rahmen des Raufhandels würden abgeklärt.

«Da es sich um ein hängiges Verfahren handelt, können wir keine weiteren Informationen geben.» Die Staatsanwaltschaft bestätigt allerdings, Kenntnis vom Video zu haben.
Bereits vor einigen Wochen ist in einem dem linksextremen Umfeld zuzurechnenden Blog ein Eintrag aufgetaucht, der eine Serie rechtsextremer Gewalttaten auflistet. Die dazu befragte Stawa konnte zu den einzelnen Vorfällen aber nicht Stellung nehmen, sondern verwies auf den Lagebericht des Bundesnachrichtendienstes. Dieser stellt schweizweit keine erhöhte Bedrohungslage fest.