Basel

Brutaler MMA-Kampf in St. Jakobshalle definitiv abgesagt – jetzt kommt es zum Rechtsstreit

So warb die Veranstalterin für den Kampf in Basel.

Der Kanton ist vom Vertrag mit der Veranstalterin des Kampfes zurückgetreten. Diese geht nun ihrerseits gegen einen der Rapper vor.

Es sollte ein besonders brutaler Kampf werden: Zwei verfeindete französische Rapper wollten sich am 30. November in der St. Jakobshalle bei einem MMA-Kampf vor versammeltem Publikum verprügeln. Nun wurde der Anlass definitiv abgesagt.

Bereits im August kündete der Kanton an, «wegen Irreführungen» vom Vertrag zurückzutreten. Der damalige Anwalt der Veranstalterin Smelt SA, Moritz Gall, wollte den Entscheid allerdings nicht hinnehmen.

«Die Veranstalterin kann sich auf einen rechtsgültigen Vertrag berufen», sagte er damals. Er gehe davon aus, dass der Kampf stattfinden werde.
Daraus wird nun aber nichts: Wie das Basler Erziehungsdepartement auf Anfrage bestätigt, wurde der Vertrag mit der Smelt SA, die bereits eine Anzahlung geleistet hatte, «ohne weitere wirtschaftliche Folgen» aufgelöst.

Das Ganze hat nun für einen der Rapper ein juristisches Nachspiel. Eigentlich hätte der Kampf nach Absage der Basler Behörden in geschlossenem Rahmen in Genf stattfinden sollen. Davon will Rapper Kaaris aber nichts mehr wissen.

Gegenüber der französischen Sportzeitung «L’Équipe» sagte er vergangene Woche, nicht mehr antreten zu wollen. «Ich habe beschlossen, diese Maskerade zu beenden», erklärte er. Das Vorgehen der Veranstalterin, regelmässig den Austragungsort zu wechseln, lasse an Ernsthaftigkeit zu wünschen übrig.

«Ich habe lediglich einem Kampf in der St. Jakobshalle zugesagt.» Die Basler Behörden hätten den Kampf nun abgesagt. «Für mich hört es hier auf. Ich ziehe es vor, mich aus dieser Sache zurückzuziehen, weil sie mich ermüdet.»

Veranstalterin wirft Rapper Vertragsbruch vor

Das lässt sich die Veranstalterin nicht gefallen. «Mit grösstem Erstaunen haben wir von Kaaris’ Ankündigung Kenntnis genommen», schreibt sie in einem Communiqué. In den letzten Monaten habe sich der Rapper aus den Gesprächen zurückgezogen und sei nicht mehr erreichbar gewesen.

Ausserdem habe er mit seinen Drohungen einen derartigen Aufruhr verursacht, dass der Anlass in Basel abgesagt wurde. Mit seinem Verhalten begehe Kaaris Vertragsbruch, so der Vorwurf der Veranstalterin: «Kaaris war an eine vertragliche und moralische Verpflichtung gebunden, keinen Anlass zur Polemik zu geben.»

Ausserdem sei der Vertrag nicht an einen bestimmten Austragungsort gebunden gewesen. Die Veranstalterin will nun ihre Rechte geltend machen.

Der Zwist zwischen den beiden Rappern hat sich im letzten Monat weiter zugespitzt. Erst im August kam es beim Videodreh von Booba in Paris zu einer Schiesserei – dass dahinter wie von Fans und zahlreichen französischen Medien vermutet Kaaris steckte, wurde allerdings nie bestätigt.

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