Freitag und samstag findet in Basel das BScene-Festival statt. Warum treten keine lokalen Künstler in der grossen Reithalle auf? Und wieso fehlt der Grand Beatbox Battle im Programm? Die bz hat nachgefragt.

Die BScene findet dieses Jahr so früh statt wie noch nie. Warum?

Tobias Metzger: Es gab ein Missverständnis mit der Kaserne. Dort ging man davon aus, dass die BScene am gleichen Datum stattfindet wie im vergangenen Jahr, doch wäre mir das aus beruflichen Gründen nicht möglich gewesen. Als wir das feststellten, war die Kaserne an unserem Wunschdatum schon ausgebucht. Also suchten wir nach einer Alternative, was nicht einfach ist, denn wir müssen auch darauf achten, dass die BScene nicht parallel zu anderen grossen Veranstaltungen wie etwa der BaselWorld oder der Fasnacht stattfindet.

Bilden die winterlichen Verhältnisse kein Problem?

Schlimmer als im letzten Jahr kann es nicht werden. Da fand die BScene im März statt. Wir sind zwei Nächte lang im Eis versunken. Das merkte man auch an der Besucherzahl. Die war 2018 unter dem Durchschnitt, näher bei 6000 als 7000 Besuchern.

Was bedeuten die Vorjahreszahlen für das Festival: Steht BScene im Jahr der Entscheidung?

Nein, uns steht das Wasser nicht bis zum Hals. Aber wir stehen vor Herausforderungen: Heutzutage gibt es in Basel viele Bands, viele Auftrittsmöglichkeiten auch, aber oft zu wenig Publikum. Die Angst, dass die Leute das Festival nicht auf dem Radar haben, weil es in diesem Jahr so früh stattfindet, ist da. Und obwohl wir kein Open Air sind, ist die BScene sehr wetterabhängig. Nur 20 Prozent der Tickets werden im Vorverkauf bezogen. Wir sind darüber selber sehr erstaunt. Die Leute klagen immer wieder darüber, dass BScene etwas kostet. Die vier Franken Abendkassenzuschlag zahlt dann trotzdem jeder.

Wie viele Besucher braucht das Festival?

6000 Besucher wären toll, bei 5500 hätten wir noch trockene Füsse.

Was ist neu an der BScene 2019?

Wir präsentieren dieses Jahr die erste Basler Trap-Night. Basel war einmal eine Hip-Hop-Stadt. Dieses Genre ist aber kein Selbstläufer mehr. Trap ist der Hip-Hop der jüngeren Generation geworden. Es gibt zwar viele junge Trap-Künstler in der Region, doch performen diese noch nicht auf einer Bühne. Dafür bietet sich die BScene an. 12 Musiker stehen bei der Trap-Night am Mikrofon. Für das Projekt sind sogar eigene Songs entstanden.

Die Trap-Night findet im Kleinbasler Club Heimat statt. Ein kleines Lokal. Droht das nicht, extrem schnell voll zu werden?

Das war auch genau unser Ziel. Bei der Programmierung ist uns die Stimmung sehr wichtig. In der Reithalle der Kaserne findet man Headliner wie Steff La Cheffe aus Bern, aber keinen Basler Act. Deswegen habe ich mich nächtelang im Bett gewälzt: Können wir in der grössten Halle keinen Basler Künstler bringen? Die Sängerin Annie Goodchild hätte beispielsweise ohne weiteres auf einer grossen Bühne spielen können. Die Frage ist aber: Hat sie mehr davon, wenn sie in einer halbvollen Reithalle vor 600 Leuten performt, oder in einem pumpevollen Rossstall zur Prime Time mit einer Riesenstimmung? Ich finde, die Aufgabe von BScene ist es, Karrieren zu fördern. Wir versuchen, einen Act so zu buchen, dass er am meisten profitiert.

Trap ist neu im Programm, dafür fehlt das internationale Beatbox-Festival. Dieser Anlass war doch immer ein Zugpferd für die BScene. Warum findet er nicht mehr statt?

Das Grand Beatbox Battle ist mittlerweile zum grössten jährlich stattfindenden Beatboxevent der Welt geworden. Von Jahr zu Jahr kostete der Anlass mehr Geld und war selbst bei ausverkauftem Volkshaus im vergangenen Jahr nicht mehr kostendeckend. Ausserdem hat seit einigen Jahren kein Schweizer Beatboxer mehr das Niveau, um am Battle antreten zu können. Das entspricht nicht wirklich dem Konzept der BScene. Der Event wird aber weiterhin existieren, in Polen, wo die Preise für die Produktion wie auch für die Besucher tiefer sind. Das bedeutet für uns eine wichtige finanzielle Entlastung und bietet dem GBBB eine vielversprechende Zukunft.

Was macht BScene 2019 abgesehen von den Bands speziell?

Am Freitag findet im Sommercasino die Synth-Explosion statt: eine grosse Ausstellung von Modularsynthesizern. Da kann man selber ausprobieren. Es gibt sogar Workshops, bei denen man sein eigenes Modul zusammenlöten kann. Und am Samstagnachmittag sind wir Teil des internationalen Open Club Days. Gewisse Clubs öffnen dafür ihre Türen und bieten ein Spezialprogramm an. Im Klara kann man beispielsweise einen Cocktail-Mix-Kurs besuchen oder in der Kaserne hinter die Kulissen schauen. Das Angebot ist gratis.

BScene Fr/Sa, 1. und 2. Februar, diverse Orte; alle Infos unter www.bscene.ch