An der nächste Woche beginnenden «Swissbau» in Basel präsentiert sich die Fagus Jura SA mit einem Pavillon aus Buchenholz. «Wir wollen nicht die Fichte verdrängen, sondern vor allem Stahl und Beton durch Buchenholz ersetzen», zeigt sich Fagus-Geschäftsführer Stefan Vögtli selbstbewusst.

Die junge Fagus Jura SA, gegründet von Waldbesitzern, will dem Baum, der in der Nordwestschweiz am häufigsten vorkommt, zu einer edleren Verwendung verhelfen als nur in Holzkraftwerken verbrannt zu werden. «Es tut weh, gute Buchenstämme wegen fehlender Nachfrage zu zerhacken», meint Vögtli.

Hartholz hält: So bestanden traditionelle Windmühlen aus einem Eichen-Skelett. Dieses nahm die Kräfte des Windes, der rotierende Flügel, der Vibrationen und Schwingungen der bewegten Teile auf. Konstruktionen, die damals auf der Erfahrung der mit Äxten arbeitenden Zimmerleute beruhte, lassen sich heute mit Computergestütztem Design und CNC-Fräsen verfeinern. Die neuen Technologien ermöglichen selbst Hochhäuser aus Holz (siehe Kasten). Hinzu kommen seit 2015 neue Brandschutzvorschriften, die mehrgeschossige Gebäude aus Holz zulassen. Und Buche lässt sich besonders gut mit Salzlösungen feuerfest imprägnieren.

Klimapolitisch erwünscht
Für Holz als Baustoff sprechen nicht nur die technischen Eigenschaften: «Jeder Kubikmeter Holz, der als Ersatz für andere Baustoffe dient, reduziert die CO2-Emissionen in der Atmosphäre um durchschnittlich 1,1 Tonnen CO2. Wenn man dies zu den 0,9 Tonnen CO2 hinzufügt, die im Holz gespeichert sind, werden mit einem Kubikmeter Holz insgesamt 2 Tonnen CO2 gespeichert», rechnet Arno Frühwald von der Universität Hamburg vor. Angesichts der Verpflichtung zu CO2-Reduktion ist Holz ein Zukunfts-Werkstoff: Jede elfte Tonne CO2 entsteht in der Schweiz durch Beton.

Noch sind es wenige Pionier-Architekten, die zum Holz greifen. Dem soll der Fagus-Pavillon abhelfen: «Wir wollen Architekten zeigen, welche filigrane Holzkonstruktionen dank der sehr hohen Tragfestigkeit von Buchenholz möglich sind, und Bauherren von der Ästhetik überzeugen.» Dabei denkt Vögtli auch an Gewerbe und Industriebauten, da sich mit Holz Hallen mit grosser Spannweite realisieren lassen.

Zwar sei derzeit ein Holzbau noch bis zu 3 Prozent teurer als Beton. Doch durch den tieferen Energieverbrauch – Holz leitet Wärme weniger ab als Beton und Stahl und ergibt ein besseres Raumklima – hole man dies im Betrieb wieder rein. Und wird das Gebäude dereinst abgerissen, kann man es im Holzkraftwerk in Strom und Wärme umwandeln.

Diese Kaskadennutzung von Holz wird vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) propagiert. Entsprechend wurde das 140 000 Franken teure Pavillonprojekt nicht nur durch Fagus, sondern auch durchs Bafu, das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt und den Swisslos-Fonds Baselland finanziert.

Markt für Buche schaffen
Da Fagus noch nicht selbst produzieren kann, wurden die tragenden Buchenelemente bei bestehenden Schweizer Firmen gefertigt. Dabei kommen keine Metallteile zum Einsatz: Buchenholz ist so hart, dass man die Verbindungen mit wiederverwertbaren Buchenholz-Dübeln fixieren kann.
Auch wenn Fagus im Pavillon noch nicht eigene Produkte einsetzen kann, ist Vögtli überzeugt: «Für uns ist dies ein Meilenstein auf dem Weg, einen Markt für Buche zu schaffen.»