Die Argumentation des mit fünf Jungpolitikerinnen und fünf Jungpolitikern besetzten Komitees folgt zwei Strängen: Zum einen seien Quoten generell nicht mit einem liberalen Weltbild zu vereinbaren, sagte Diana Blome von den Jungliberalen. «Wir wollen als Frauen aufgrund unserer Kompetenz in Kaderpositionen gewählt werden, nicht aufgrund unseres Geschlechts.»

Manuela Hobi (Junge CVP) schloss sich dem an und ergänzte: «Quoten sind per se diskriminierend, sie würden ja im Extremfall auch nur einen Zweidrittelanteil Frauen ermöglichen, selbst wenn mehr qualifiziert wären.»

Generell drückten die jungen Politikerinnen und ihre männlichen Parteipräsidenten alle die Befürchtung aus, die Quotenregelung bei den Staatsbetrieben sei nur die Spitze des Eisbergs. Fabienne Beyerle von den Jungfreisinnigen meinte, sie habe «Angst vor einer Ausdehnung der Quoten in die Privatwirtschaft.»

Junge Frauen sind kompetenter

Die zweite Argumentationsschiene der Jungbürgerlichen ist die demografische. Heute seien die Verwaltungsräte zum grössten Teil mit Männern besetzt, die in den 50er-Jahren geboren wurden. Und in diesen Jahrgängen hätten viel weniger Frauen eine universitäre Ausbildung absolviert, als das heute der Fall ist: «Prozentual gesehen hat es in diesen Jahrgängen wesentlich weniger qualifizierte Frauen als Männer», formulierte es Beyerle. Ihre Generation, die momentan die Universität absolviere oder verlasse, sei hier wesentlich besser aufgestellt.

Ambitioniertes Referendum

Das Argument, dass die Parteien, die auf ihren Grossrats-Kandidatenlisten eine Frauenquote kennen, auch mehr Frauen ins Parlament bekommen (in Basel: SP, Grüne, Basta), liess Jung-SVP-Präsident Pascal Messerli nicht gelten: «Das Volk wählt den Grossen Rat. Wenn die Kandidatinnen nicht genug Stimmen bekommen, ist das zwar schade, aber es ist demokratisch.»

Von ihren Mutterparteien bekommen nicht alle Jungparteien Unterstützung: Die FDP hatte sich im Parlament für die Frauenquote ausgesprochen. Der Präsident der Jungfreisinnigen, Levent Morandini erklärte, man akzeptiere den Entscheid der Grossrats-Fraktion: «Aber wir sehen das anders.»

Die Jungparteien haben nun drei Monate Zeit, die für ein fakultatives Referendum benötigten 2000 Unterschriften zu sammeln. Dafür hätten sie bereits Kontakt mit den Wirtschaftsverbänden aufgenommen, erklärte Christian Kaiser von den Jungfreisinnigen. «Wir sind auf Wohlwollen gestossen, haben aber noch keine definitive Zusage für Unterstützung.»