Mit dem Objektblatt des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL) beschreibt der Bund Rolle sowie Betrieb des Flughafens Basel-Mülhausen und setzt die Rahmenbedingungen für dessen Entwicklung bis 2030 fest. Kritik hatte es in der Vernehmlassung wegen des Bahnanschlusses, des Maximums der Starts und Landungen oder einer zweiten Hauptpiste gegeben.

Gemäss SIL-Objektblatt soll der EuroAirport an das schweizerische Bahnnetz angebunden werden, wie es in einem Communiqué des Bundes vom Mittwoch heisst. Langfristig sei dabei aus Sicht des Bundes allerdings ein direkter Anschluss ans schweizerische Fernverkehrsnetz wichtig und nicht nur ans Netz der regionalen S-Bahn.

Kompromissformel "langfristig"

Damit sollen gemäss der Mitteilung Verbindungen aus den wichtigen Zentren der Schweiz an den Flughafen ermöglicht werden. Der Bahnanschluss solle zudem zur besseren Aufgabenteilung zwischen Schiene und Strasse beitragen und damit langfristig eine gute Erreichbarkeit von Basel-Mülhausen sicherstellen.

In der Region war dieser Passus auf Kritik gestossen. Der Bahnanschluss dürfe nicht dazu führen, dass der EuroAirport (EAP) überlaufenden Verkehr etwa aus Zürich zu übernehmen hätte, monierten die Regierungen der beiden Basel, aber auch des Kantons Solothurn im vergangenen Jahr: Der EAP solle in erster Linie ins regionale Verkehrssystem eingebunden werden.

Der Bundesrat habe dies berücksichtigt, indem er den Anschluss an den Bahnfernverkehr nur noch "langfristig" als wichtig bezeichnet, hiess es dazu auf Anfrage beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Die Regierungen der beiden Basel hätten in der Folge dem Objektblatt zugestimmt; mit den Kantonsregierungen seien die Differenzen ausgeräumt.

Keine weiteren Abstriche

Unverändert im Objektblatt enthalten sind die 147'000 Starts und Landungen pro Jahr, die mit den heutigen Pisten maximal möglich wären. Das Mittel der letzten vier Jahre wird derweil mit 83'400 Flugbewegungen angegeben. Als Vororientierung weiter enthalten ist zudem die in französischen Planwerken stehende zweite Hauptpiste.

Eine Realisierung einer Parallelpiste zur jetzigen Hauptpiste würde laut BAZL allerdings ein neues Sachplan-Verfahren nötig machen. Die maximale Zahl der jährlich möglichen Flugbewegungen und die Erwähnung der zweiten Hauptpiste war namentlich von Gemeinden der Region, aber auch von der Solothurner Regierung kritisiert worden.

Im Zusammenhang mit dem Fluglärm wird im übrigen vom Flughafen Basel-Mülhausen neu ein periodischer Nachweis der effektiven Lärmbelastung verlangt, wie es im Communiqué weiter heisst. Für die Berechnung der Lärmbelastungskurven greift das SIL-Objektblatt auf den französischen "Plan d'exposition au bruit (PEB)" von 2004 zurück.