Muba

Bundesrat Berset eröffnet mit Käse, Wein und Optimismus die 100. Muba

Bundesrat Alain Berset eröffnete auf seiner Basler Tour heute Freitagmorgen – am Nachmittag besuchte er das neu eröffnete Kunstmuseum – die 100. Ausgabe der Muba. Zum Jubiläum zeigte sich der Bundesrat volksnah.

Der Fribourger Bundesrat Alain Berset legte heute Freitag einen Basler Tag ein: Am Morgen eröffnete er die Muba, am Nachmittag ging es dann an die Einweihung des Erweiterungsbaus des Kunstmuseums. Den Anfang macht der Besuch bei der Mutter aller Messen, als er am späten Morgen die 100. Ausgabe der Muba beim Ribbon Cut offiziell für eröffnet erklärt.

Den Stellenwert der Muba stuft Berset als sehr hoch ein: «Die Messe gibt immer wieder ein Signal über die Stimmung in der Schweiz. Es ist für uns in der Politik und auch in der Wirtschaft zentral, solche Kontakte zu haben», sagt Berset. Nicht die Stände per se interessieren den Bundesrat, sondern in erster Linie den direkten Dialog mit den Leuten, die ihre Produkte an den Ständen verkaufen möchten. Während eines Rundgangs mit zahlreichen prominenten Gästen im Schlepptau besucht er einige Stände und hat dabei einiges ausprobiert.

Nah am Volk

Den ersten Zwischenstopp legt Berset bei den Oldtimern ein, wobei ihn dort vor allem das Geschichtsbuch der Muba interessiert. Minutenlang stöbert er im Buch und entdeckt ein Bild von ihm und Guy Morin, der ihm während des Rundgangs nicht von der Seite weicht. Beide lachen herzhaft darüber, weil sie auf dem Bild nicht über eine ernste Thematik diskutieren, sondern über ihre Schuhe scherzen.

Verköstigen lässt sich Berset beim Käsestand von Le Gruyère und probiert ein Stück rezenten Greyerzer Käse, der ihm offensichtlich schmeckt und so kommt er der Bitte, die Mütze der Verkäuferin zu signieren, gerne nach. Ein Sofa wird Probe gesessen und Informationen über einen Wein eingeholt. «Wenn ich privat hier wäre, würde ich mit einem Glas Wein und einem Stück Käse auf einem Sofa Platz nehmen», sagt Berset mit zufriedenem Lächeln.

Bemerkenswert ist, dass er bei den einzelnen Ständen den Kontakt zu den Leuten sucht. Auch zu Christian Ludwig, dem Präsidenten des Schweizerischen Roten Kreuzes Basel-Stadt: «Seine Mutter war einst selber Samariterin, weshalb er sich für die vielen Freiwilligen interessierte», so Ludwig. Aus dem kurzen Gespräch sei auch die Unterstützung der Leute, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen müssen, ein Thema gewesen. «Der Bundesrat sagte zu mir, dass er dieses Thema auf Bundesebene angehen werde», so Wagner. Das Rote Kreuz feiert selbst das 150-Jahr-Jubiläum. Aktiv war Berset auch mit einem E-Bike, das er vorbildlich mit Helm und viel Drive ausprobiert. «Gas» gibt auch Guy Morin - vor allem bei seiner Rede im Eventsaal.

«Boot ist nicht voll», sagt Morin

Ein «Trauerspiel» nennt Morin das Abstimmungsresultat im Februar 2014 über das knappe Ja zur Masseneinwanderungsinitiative. Weitere Kritik übt er in der Rede an der SVP und deren Referendum zum Asylgesetz: «Nicht das Boot ist voll. Die Meere sind voll mit Menschen. Die Schweiz ist ein humanitäres und reiches Land. Deshalb muss am 5. Juni das Asylgesetz abgelehnt werden».

Den Bezug zur Muba vergisst er dabei nicht und nennt als Beispiel für ein richtiges Handeln die Erfinder der Muba. «Die handeln und hadern nicht», so Morin. Lobende Worte findet er auch über die alte Dame Muba, die mittlerweile mit ihren hundert Jahren eine Grossmutter sei, vor deren Vitalität und Lebensmut er aber den Hut ziehe.

552 Aussteller sind über eine Fläche von 55 000 Quadratmetern verteilt. In den zehn Tagen hofft MCH-Group-CEO René Kamm mit 150 000 Besuchern. Er rechne auch in den nächsten 100 Jahren mit einer innovativen Muba: «Die Digitalisierung bewirkte einen Veränderungsdruck. Die Virtualität wird zunehmen. Das Bedürfnis nach direkten Begegnungen wird aber nicht gänzlich verschwinden.» Eine Chance für Livemarketing sehe er auch zukünftig.

Nebst Bundesrat Alain Berset sind auch andere illustre Persönlichkeiten eingeladen. «Die Messe Schweiz ist wirtschaftlich sehr wichtig für Basel. Der Ursprung ist die Muba», sagt die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog. In seiner Funktion als Stadtkommandant zeigt sich Christoph Britt in Uniform: «Mich erstaunt vor allem die Leistungsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft.» Auch eine FCB-Legende meldet sich zu Wort: «Die Muba gehört einfach zu einem Basler», sagt Karli Odermatt.

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