Elisabeth Ackermann hat derzeit kein Glück im Verkehr. Die grüne Regierungspräsidentin kam im Beisein ihrer Regierungsgspänli wegen eines Fauxpas der SBB schon am Sächsilüüte zu spät an. Und auch am Montagabend verzögerte sich ihr Auftritt. Messe-Verwaltungsratspräsident Ueli Vischer nutzte die Situation für ein bisschen Werbung; es drängten halt zu viele Menschen in die Stadt und an die Muba.

Vom zahlreich erschienenen Publikum sehnlich erwartet wurde Bundesrat Ignazio Cassis, der auf der Autobahn ebenfalls aufgehalten wurde. «Es hat also doch noch geklappt», sagte er und spielte damit auf den Umstand an, dass erstmals seit vielen Jahren kein Bundesrat bei der Muba-Eröffnung zugegen war. Mit seinem Spruch, dass ihn die vielen «Tessin-Wimpel» erfreuten, hatte er nicht nur FCB-Legende Matias Delgado im Sack.

«Grösste Herausforderung»

Doch Cassis wusste nicht nur mit träfen Pointen über Zürich («Basel-Ost») zu punkten. Er schlug auch nachdenklichere Töne an, nannte das Verhältnis zur EU die «grösste Herausforderung des Jahres». «Wo gibt es einen besseren Ort als hier, rund um die Messe Basel, um die Eigenständigkeit und Offenheit unserer Aussenpolitik zu erleben?» Cassis hielt ein Plädoyer für den Erhalt der Bilateralen. Im Basler Publikum stiess er damit nicht auf Gegenwehr: Schliesslich sprechen sich dafür gar Exponenten der hiesigen SVP aus. Er schloss italienisch wie begonnen, mit «Evviva la Muba!» – das Publikum verdankte es mit warmem Applaus, manche davon schon etwas auf den Apéro schielend.