Klimawandel

Bunte Baumschule: Südländer schlagen in Basel Wurzeln

Die Stadtgärtnerei sucht nach Bäumen, die dem wechselnden Klima standhalten können.

Die Stadtgärtnerei sucht nach Bäumen, die dem wechselnden Klima standhalten können.

Um den neuen Bedingungen standzuhalten, zieht die Baumschule der Stadtgärtnerei Basel vermehrt Bäume aus dem Süden auf. Diese Bäume können grosser Hitze und Trockenheit standhalten, kommen aber meist auch mit Frost zurecht.

Ein Teufelskreis: Der Klimawandel schadet den Basler Bäumen enorm und sie gehen deswegen zugrunde. Auf der anderen Seite wird das Stadtgrün durch den Wandel immer wichtiger.
Mit diesem scheinbar unlösbaren Problem beschäftigt sich die Basler Stadtgärtnerei seit Jahren, wie sie bei einer heutigen Pressekonferenz mitteilte. Sie sucht nach Bäumen, die dem wechselnden Klima standhalten können. Rosskastanien, die früher als der Stadtbaum schlechthin galten, sind wegen des Klimas so geschwächt, dass Motten sie einfach zerstören können.

Auch Platanen, von denen in der Stadt rund 2'000 die Strassen säumen, können den trockenen und heissen Sommern nicht trotzen. Baumarten wie diese wurden, als der Klimawandel noch nicht derart präsent gewesen war, zu hunderten in der Stadt angepflanzt und gehen nun aufgrund der Wetter-Kapriolen zugrunde.

Bunte Baumschule

Um dies in Zukunft zu vermeiden, kauft die Stadtgärtnerei Basel heute viele verschiedene Bäume ein und zieht diese auf. In der Baumschule reihen sich jeweils fünf Bäumchen einer Sorte aneinander, dann folgt eine andere. So ist es einfacher, herauszufinden, welche Baumsorten sich dem schweizerischen Klima anpassen könnten.

«In der Kinderstube können sich die Bäume akklimatisieren und müssen sich nicht direkt dem rauen Stadtklima anpassen», erklärt Yvonne Aellen, Leiterin der Abteilung Grünflächenunterhalt. Dieses Klima würden die jungen Bäume nicht überleben. Ob wegen eines Hundes, der sein Bein an einem Baum hebt, Abgasen, die in konzentrierten Mengen ausgestossen werden oder der Hitze, die in der Stadt viel drückender ist als im Wald. Stadtbäume haben es nicht einfach. Nun sind in der Baumschule vermehrt südländische Bäume oder solche aus dem orientalischen Raum zu finden. Es ändert also nicht nur das Klima, sondern auch Basels Stadtbild wird exotischer.

Diese Bäume können grosser Hitze und Trockenheit standhalten, kommen aber meist auch mit Frost zurecht. Dass die Bäume dank der stadteigenen Baumschule schon als «Babys» hierhergebracht werden, bietet einen immensen ökologischen Vorteil: Es muss kein einzelner Baumriese mit einem Lastwagen von weit her nach Basel transportiert werden. Stattdessen lädt man viele kleine Bäume darauf, bringt sie in die Basler Baumschule und hat erst noch grössere Chancen, dass sie im Schweizer Klima überleben.

Keine Wunden

Dafür betreiben die Baumschulisten jedoch auch einen grossen Aufwand und investieren viel Zeit in die Pflege der 2'500 Bäume, die sich in der Baumkinderstube befinden.
Yves Dubs, der Leiter der Baumschule Basel, die auf Arlesheimer Boden liegt, behandelt die jungen Bäume fast wie Menschen. «Der Baum ist ein Lebewesen, deshalb darf man auch ihm keine Wunden zufügen». In regelmässigen Abständen und unter Beachtung von Dubs’ Grundsatz, werden die untersten Zweige entfernt, damit die Baumkronen der Sprösslinge nach oben wachsen. Ein Stadtbaum darf schliesslich Tram, Bus oder Lastwagen nicht in die Quere kommen.

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