24 Stopps

Bunte Installationen weisen den Weg zwischen Beyeler und Vitra

24 Wegmarken auf fünf Kilometer: Der renommierte Künstler Tobias Rehberger verbindet mit seinen Werken die Fondation Beyeler in Riehen mit Vitra in Weil am Rhein.

Ganz am Anfang steht eine grosse Glocke. Wenn man sie anschlägt, schwingt ein dumpfer, tiefer Ton noch lange nach. Das hat etwas Zenmässiges und stimmt einen auf den knapp anderthalbstündigen Fussweg zwischen der Fondation Beyeler in Riehen und Vitra in Weil am Rhein ein.

24 Wegmarken gibt es auf der fünf Kilometer langen Strecke, auf der sich «eine einzigartig vielfältige Natur- und Kulturlandschaft erkunden lässt», wie das Pressedossier zu recht verspricht. Von den Installationen ist eine bunter als die andere. Starten kann man von beiden Seiten. Beim Restaurant Berower Park bei der Fondation steht eine Glocke wie bei Vitra.

Zu Vitra fährt vom Claraplatz der 55er-Bus oder das 8er-Tram – von der Endhaltestelle braucht man eine Viertelstunde. Ich habe mich entschieden, mit dem Tram nach Riehen zu fahren und von dort mit der kleinen Wanderung zu beginnen. Das bietet sich an, weil es bei Vitra mit dem Vitra Haus, zwei Restaurants, mehreren Museen, dem Slide Tower von Carsten Holler und dem teils frei zugänglichen Feuerwehrhaus von Zaha Hadid mehrere Möglichkeiten gibt, den Ausflug ausklingen zu lassen. Das Gratis-Vergnügen durch eine Röhre vom Turm in die Tiefe zu rutschen wird insbesondere die Kinder begeistern – ehrlich gesagt macht es auch Erwachsenen Spass, ich habe es probiert.

Beim Berowergut hängen um die 20 Vogelkäfige in der Luft; die Insassen sind entfleucht. Kein Wunder, denn die Käfige sind alle aufgebrochen. An einem riesigen Wasserspeier vorbei geleiten einen Wetterhäuschen und Wetterfahne geradeaus in Richtung Wiese, wo Bienenhäuser den Weg über die Wiese am Naturbad vorbei zum Grenzübergang weisen.

Die Uhr bekommt einen Schnabel

Über dem Bad dreht sich eine grosse Uhr, die zu jeder vollen Stunde ihre Zeiger wie einen Kuckucksschnabel öffnet. Am Zoll stehen bis Ende Jahr farbig lackieret Baumstämme. Hinter der Grenze weisen zwei farbige Bodenarbeiten den Weg zur Brücke am Eisenbahntunnel, bevor man zum ersten eigentlichen Wegweiser kommt. Hier geht es steil aufwärts in Richtung einer Wandmalerei und in die Reben des Tüllinger Hügels.

Von hier geht es längere Zeit mit Blick auf Basel geradeaus. Als man schon zweifelt, ob das noch immer der richtige Weg ist, taucht ein buntes Fernglas auf. Die Abzweigung links in Richtung Vitra erfolgt einige hundert Meter weiter an einem quietschebunten Baum neben Mülleimern, bevor man zu einem Unterstand kommt, dem ein grünlich-gelber Hochsitz folgt.

Um die letzten Vogelhäuser und die Glocke bei Vitra zu erreichen, laufe ich durch den Verner-Panton-Weg und wenige Meter an der Römerstrasse entlang. Für meinen Spaziergang hatte ich mir den Plan aus dem Internet heruntergeladen und auf unserem Drucker farbig ausgedruckt. Am Empfang im Vitra-Haus, an der Kasse bei der Fondation Beyeler und bei der Flyerwand im Foyer des Museums gibt es allerdings erheblich grössere und bessere Wanderkarten für «24 Stops».

Lieber nicht mit dem Velo

Mit dem Velo dauert der Rehberger-Weg 30 Minuten. An manchen steilen Stellen heisst es absteigen. Ausserdem erschliesst sich der Charme des Weges erst durch die Langsamkeit. Kommt hinzu, dass man sich auf der Internetseite eine ausgezeichnete App mit Videos, Audiodateien und Beschreibungen herunterladen kann, die sich besser zu Fuss konsultieren lässt.

www.24stops.info

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