Jubiläum

Burckhardt reloaded – Historiker erhält eine Ausstellung zum Geburtstag

(Archivbild)

Mit sichergestellter Finanzierung soll die Ausstellung unter anderem im Landesmuseum Zürich zu sehen sein.

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Zum 200. Geburtstag des Historikers Jacob Burckhardt ist eine grosse Museumsausstellung in Vorbereitung. Falls die Finanzierung sichergestellt werden kann, soll dem Basler nicht nur im Historischen Museum und im Museum der Kulturen, sondern auch im Landesmuseum in Zürich gedacht werden.

Am 25. Mai 1818 wurde Jacob Burckhardt als viertes von sieben Kindern in der Basler Daig-Familie des Münsterpfarrers geboren. Mit seinem Hauptwerk «Die Kultur der Renaissance» erlangte der Kunsthistoriker Burckhardt Weltruf. Als Kopf auf der 1000-Franken-Note hält ihn die Schweiz als bedeutende Persönlichkeit bis heute in Erinnerung.

Zum 200. Geburtstag des Junggesellen Burckhardt ist nun eine grosse Museumsausstellung in Vorbereitung. Sofern die Finanzierung sichergestellt werden kann, soll dem Basler nicht nur im Historischen Museum und im Museum der Kulturen, sondern auch im Landesmuseum in Zürich gedacht werden. Für das Gesamtprogramm der
Jacob-Burckhardt-Feierlichkeiten, die im April 2018 starten sollen, hat Basel-Stadt aus dem Swisslos-Fonds bisher 220'000 Franken bereitgestellt.

Die Vorbereitung für die Museumsausstellung liegt bei Mischa Schaub, dem ehemaligen Leiter des Hyperwerk, der Abteilung für postindustrielles Design der Fachhochschule der Künste. Einem kurzen Präsentationsfilm ist zu entnehmen, dass das Studierpult Burckhardts, das real im historischen Museum ausgestellt ist, im Mittelpunkt des Konzepts steht – allerdings in Form einer virtuellen Nachbildung. Denn in der Ausstellung soll die Gedankenwelt Burckhardts mit den Mitteln der «augmented reality», den computergestützten Möglichkeiten einer erweiterten Realitätswahrnehmung, aufbereitet werden. Lucas Burkart, Burckhardts später Nachfolger als Basler Geschichtsprofessor, begleitet das Projekt wissenschaftlich. Mit Burckhardts Jubiläum werde erforscht, was die Geisteswissenschaften in einer digitalen Gesellschaft noch zu leisten vermögen.

Realwirtschaftlich sind die organisatorischen Vorbereitungen. Mischa Schaub hat diese Woche zusammen mit seiner Frau, der Autorin Friederike Kretzen, die Stiftung Virtual Valley gegründet. Die eigentliche Umsetzung wird bei der Postup AG liegen, die vom Ehepaar Schaub-Kretzen bereits im Vorjahr gegründet wurde und nun in die Stiftung eingebracht wird.

Es ist nicht das erste Grossprojekt, das von Jacob Burckhardt ausgehend versucht, neue Wege der Wissensvermittlung zu beschreiten. So hat die Universitätsbibliothek die rund 10'000 Fotografien aus dem Nachlass Burckhardts digital aufbereitet. In Zusammenarbeit mit dem Basler Staatsarchiv werden zudem in einer digitalen Bibliothek alle Briefe Burckhardts öffentlich zugänglich gemacht.

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