Bahnhofsgastronomie

Burger und vegan: Jetzt wird die Bahnhofs-Passerelle definitiv zum Fressbalken

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Auf der Fussgänger-Überführung im Bahnhof SBB eröffnet wieder ein neues Schnellrestaurant. Doch «Leon» sei anders, sagt der Betreiber.

«Leon» sucht Test-Esser. Zwar eröffnet die Filiale auf der Passerelle im Bahnhof SBB erst am Montag kommender Woche. Doch offenbar will sich der Betreiber versichern, dass sein Essen den Baslern mundet. Und so kann man sich auf Facebook schon mal für ein Gratismahl bewerben.

Erfahrungswerte gibts keine, zumindest nicht hierzulande. Die Leon-Filiale in Basel ist der erste Ableger der Fast-Food-Kette in der Schweiz. Zurück geht «Leon» auf ein 2004 eröffnetes Lokal in London. Es folgte eine Expansion in ganz Grossbritannien. Seit 2016 entstanden Lokale in den Niederlanden, in den USA, in Irland, in Norwegen und auf Gran Canaria.

Wraps, Burger, Gipfeli – und Fleischbällchen ohne Fleisch

«Leon» wirbt mit dem Slogan «Naturally Fast Food». Die Gründer wollten eine Brücke schlagen zwischen Schnellverpflegung und gesundem Essen. Gemäss den Angaben des Unternehmens sind zweit Drittel der Speisen vegetarisch, ein Drittel vegan. Auch glutenfreie Gerichte finden sich im Angebot.

Die Preise sind gemäss CEO John Vincent moderat. Im Vorfeld der Eröffnung der Restaurants in den USA versprach er, man speise im «Leon» nur zehn bis fünfzehn Prozent teurer als im McDonald’s.

Rund ein Viertel der «Leon»-Restaurants werden von Franchise-Unternehmen betrieben. Im Fall Schweiz ist es Autogrill. Der Global Player wurde mit Raststätten gross, betreibt unter anderem den «Fressbalken» über der A 2 in Pratteln. Mittlerweile betreiben die Italiener aber auch Hotels.

Das Basler «Leon» wird anstelle der früheren Filiale von Import Parfümerie eingerichtet. Laut Jessica Holderegger von Autogrill bietet das Lokal 26 Sitzplätze, geöffnet ist es Wochentags bereits ab 5 Uhr. Das Essen werde – «Ideal für Reisende» – innert 45 Sekunden zubereitet. Der Menüplan wurde an den Schweizer Gaumen angepasst. Auf der Speisekarte finden sich ein «Swiss Egg Pott» und Gipfeli, aber auch «Leon»-Klassiker wie etwa die «Gluten-Free Chicken Nuggets», der «Fish Finger Wrap», die «Meatless Meatballs» oder der vegane «LOVe Burger». Im Mutterland geniesst «Leon» einen hervorragenden Ruf. Die Restaurant-Kette wurde mehrfach ausgezeichnet.

Immer mehr Cafés und Restaurants auf der Passerelle

Auf der Passerelle gibt es auch etliche andere Mieterwechsel. Wie die SBB bereits im Mai angekündigt haben, stehen, neben derjenigen von «Leon», sechs weitere Neueröffnungen an. Es sind die Filialen von Sutter Begg, L’Occitane, Kaffeemacher und Tiger Stores, im Januar folgen die neuen Geschäfte von Rituals und von der Kiosk AG. Das Läckerli-Huus, Lollipop und Chicorée bleiben auf der Passerelle, wechseln aber ihre Standorte.

Auffällig ist, dass sich das Angebot auf der Fussgängerbrücke immer stärker in Richtung Gastronomie verschiebt. Dazu sagt SBB-Mediensprecher Oli Dischoe: «Auf der Passerelle stehen aufgrund der hohen Frequenz und der kurzen Verweildauer der Kundinnen und Kunden ‹schnelle Konzepte› im Fokus.» Es gebe aber auch neue Non-Food-Anbieter wie etwa Flying Tiger. Die Dänen verkaufen Partyzubehör, Dekoartikeln und Spielzeug.

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