Zoo Basel
Buschhühner und ihr spezielles Brutverhalten: Das Nest brütet Eier eigenständig aus

Die Australischen Buschhühner zeigen ein aussergewöhnliches Brutverhalten. Das Huhn scharrt Laub auf einen riesigen Haufen, welcher dann das Nest bildet. Das Spezielle an diesem Nest: Es brütet die Eier selbst und ohne die Vogeleltern aus.

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Buschhuhn Zoo Basel
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Bei den Buschhühner übernimmt der Hahn die grösste Arbeit bei der Kinderaufzucht.
Seine Aufgabe ist es als erstes, einen grossen Haufen zusammenzuscharren.
Nachdem das Weibchen dann die Eier auf den Haufen legt, bewacht das Männchen die Eier.
Die Temperatur des Haufens muss bei um die 35 Grad gehalten werden.
Ausserdem darf das Material auf dem Nesthaufen nicht zu dicht sein, da die Küken im Ei sonst ersticken.
Im Zolli bräuchte der Hahn nicht pausenlos zu scharren, da die Eier inkubiert werden.
Er scharrt allerdings unbeirrt weiter.

Buschhuhn Zoo Basel

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Das Riesennest der Australischen Buschhühner hat die Hauptrolle bei der aussergewöhnlichen Brutstrategie. Die Hähne haben die Aufgabe in minutiöser Arbeit das Pflanzenmaterial zu einem grossen Haufen zusammenzutragen. Wie der Zolli schreibt, kann dieser Haufen einen Durchmesser von bis zu vier und eine Höhe von eineinhalb Metern erreichen.

Bei der Auswahl des Haufen-Materials sind die Hähne sehr wählerisch. Denn der Haufen muss perfekt zusammengesetzt sein. Nur so kann bei der Verwesung des Pflanzenmaterials die richtige Brut-Temperatur entstehen.

Weibchen legt Eier ab, Männchen bewacht das Nest

Die Aufgabe des Weibchens ist es dagegen, die Eier in dem temperierten Haufen zu vergraben. Nachdem die Henne dies erledigt hat, ist ihr Beitrag zur Kinderaufzucht getan. Denn das Ausbrüten übernimmt der warme «Komposthaufen» beziehungsweise das Nest.

Der Hahn übernimmt nach der Eier-Ablage die Aufsicht über den Bruthaufen. Er sorgt dafür, dass die Temperatur konstant um 35 Grad bleibt. Dazu schichtet er das Material um oder fügt neues hinzu. Die Eier liegen während der ganzen Brutdauer in aufrechter Position, sie dürfen nicht gedreht werden. Der Hahn sorgt weiter dafür, dass das Material nicht zu dicht geschichtet ist. Ansonsten käme es zu Sauerstoffmangel und die Küken würden im Ei ersticken.

Nach 60 bis 90 Tage schlüpfen dann die Küken. Kurz nach dem Schlupf sind die jungen Buschhüner unabhängig und können bereits vom ersten Tag an fliegen.

Eier werden im Zolli inkubiert

Im Zolli müsste der Hahn im Gegensatz zur freien Natur nicht pausenlos den Haufen zusammen scharren. Denn bei dem trockenen Klima, das im Gehege der Buschhühner herrscht, und dem verfügbaren Pflanzenmaterial kann der Haufen gar nicht seine nötige Temperatur halten.

Deshalb nehmen die Tierpfleger die Eier aus dem Haufen raus und werden bei 34 Grad inkubiert, schreibt der Tierpark. Ausserdem könnten die Eier durch Ratten und Mäuse beschädigt werden, wenn die Pfleger sie nicht rausnehmen würden. So kamen in Basel innerhalb der letzten zehn Jahre zehn Junge zur Welt.

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