Zuwachs
Buvetten auch im Grossbasel: Wirteverband ist wenig begeistert

Basel erhält nun auch auf der Grossbasler Rheinseite eine Reihe von temporären Restaurants. Geplant sind Buvetten am St.Alban-Rheinweg, im St.Johann und am Birskopf. Das missfällt dem Wirteverband, der die Konkurrenz fürchtet.

Samuel Hufschmid
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Auf dem Stadtplan werden alle Buvetten angezeigt - auch solche, die erst geplant sind.

Auf dem Stadtplan werden alle Buvetten angezeigt - auch solche, die erst geplant sind.

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Die Buvetten am Kleinbasler Rheinbord sind eine Erfolgsstory: 2004 eröffnete bei der Dreirosenbrücke die erste Basler Buvette, seither sind rheinaufwärts bis zur Mittleren Brücke drei weitere temporäre Gastrobetriebe dazugekommen. Im 2011 erstellten Buvetten-Konzept sind noch drei weitere Kleinbasler Standorte vorgesehen – zwei im Gebiet Wettsteinbrücke und einer im Bereich der Solitude-Promenade – für die sich aber gemäss Allmendverwaltung noch keine Interessenten gemeldet haben.

Anders auf der Grossbasler Rheinseite: Dort sucht die Allmendverwaltung via Kantonsblatt für 2016 einen Betreiber für eine Buvette beim St. Johannspark, wie die «Tageswoche» schreibt. Und auch weiter rheinaufwärts tut sich etwas: Der ehemalige Kiosk beim Birskopf wird umgebaut und eröffnet noch in diesem Jahr als buvetteähnliches «Park Café».

«Damit wäre das Grossbasler Rheinufer sozusagen abgesteckt», sagt Niklaus Hofmann, Leiter der Allmendverwaltung. Im Buvetten-Konzept ist entlang des St. Alban-Rheinwegs auf Höhe St. Alban-Fähre ein weiterer Standort vorgesehen. «Es wird sich zeigen müssen, ob es Interessenten gibt, die diesen Ort bespielen möchten», so Hofmann. Interessierte können sich aber jederzeit bei der Allmendverwaltung melden und ein Konzept einreichen.

Wirteverband hat Zweifel

Nicht hundertprozentig begeistert vom geplanten Buvetten-Zuwachs ist Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband. «Statt einer staatlich gelenkten Gastronomie würden wir uns Rahmenbedingungen wünschen, die es freien Unternehmern ermöglichen würde, ihre Ideen zu verwirklichen.» Es sei falsch, die halbe Stadt mit Buvetten zu überziehen, die im Sommerhalbjahr sehr viel Umsatz abschöpften. «Das erschwert den Ganzjahresbetrieben das Überleben und und könnte deshalb langfristig die Angebotsqualität im Winter gefährden», so Ebneter.

Viele Verbandsmitglieder seien aber offen für eine vielseitige Gastronomie, zu der zweifelsohne auch die Buvetten ihren Teil beitragen würden. «Bei der Belebung des Kleinbasler Rheinufers, die auch für die touristische Attraktivität wichtig ist, kommt den Buvetten eine bedeutsame Rolle zu.» Zudem bieten sie auch Chancen für Gastronomen – zumindest für jene, denen es gelingt, bei den Ausschreibungen einen Standort zu ergattern.

«Ein gutes zweites Standbein»

Dies ist den Inhabern der Restaurants «Rhyschänzli» und «Zum goldenen Fass» gelungen. Sie betreiben die Flora- respektive Kasernenbuvette. «Wir haben uns um einen Buvettenplatz beworben, weil wir beim goldenen Fass keine Aussenplätze haben. Dank der Buvette können wir unser Personal im Sommer besser auslasten», sagt Wirtin Bettina Larghi. Gerade für Restaurants ohne Aussenplätze sei eine Buvette sicherlich eine gute Option.
Dem stimmt auch Rhyschänzli-Wirt Jérôme Beurret zu. «Wir sind sehr glücklich, dass wir nebst dem Restaurant im Sommer auch die Kasernen-Buvette betreiben können – sie ist schön gelegen und hat sich auch finanziell für uns zu einem guten zweiten Standbein entwickelt.»

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