Rheinbord

Buvetten haben die Dealer vom Rheinbord vertrieben

Sobald die Oetlinger-Buvette hinter der Johanniter-Brücke schliesst, kommen die dunklen Gestalten. Kenneth Nars

Sobald die Oetlinger-Buvette hinter der Johanniter-Brücke schliesst, kommen die dunklen Gestalten. Kenneth Nars

Das Matthäus-Quartier hat die höchste Buvetten-Dichte der Stadt. Dass ab der Mittleren Brücke rheinabwärts überhaupt ein gastronomisches Angebot besteht, ist ein relativ neues Phänomen - und zeigt die Erfolgsgeschichte der Buvetten.

Wenn der Rhein die Lebensader Basels ist, dann sind die Buvetten so etwas wie die roten Blutkörperchen. Sie sind für die Versorgung zuständig, sie sind auffällig und zahlreich. Vier Buvetten gibt es zwischen der Mittleren Brücke und der Dreirosenbrücke. Drei stehen im Matthäus-Quartier: die Flora-, die Oetlinger- und die Dreirosen-Buvette.

Das französische Wort «Buvette» heisst übersetzt so etwas wie ein Getränkeausschank und ist in der Schweiz ausserhalb von Basel nicht ein besonders geläufiges Wort. Hier sind sie aber aus dem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. Und vor allem sind sie viel mehr als blosse Schankstuben.

Littering, Lärm, Urinieren

«Die ersten Buvetten wurden vor zehn bis zwölf Jahren installiert. Damals hat der Drogenumschlag das Rheinbord dominiert», sagt Niklaus Hofmann, der Chef der Basler Allmendverwaltung. «Buvetten sind für uns eine Art Sozialraumkontrolle. Wir wollen keine zu starke Ordnung, aber doch eine Ordnung», erklärt Hofmann.

Der Kanton hat also ein handfestes Interesse an den Gastro-Containern, die das Rheinbord säumen. Diese wiederum sehen ihre Hauptaufgabe natürlich nicht darin, für Ordnung zu schauen, sondern tun das eher nebenher. «Wir stellen Abfallsäcke auf und schauen natürlich zu unserem Abschnitt», sagt Dana Poeschel von der Dreirosen-Buvette. Die Oetlinger-Buvette stellt einen öffentlichen Grill zur Verfügung, dank dem das wilde Grillieren im Umkreis stark abgenommen hat.

«Für die Anwohner gibt es Nebeneffekte: Littering, Lärm, Urinieren», sagt Hoffmann. Man habe deshalb darauf geachtet, dass die Matthäus-Bewohner einen direkten Draht zu den Buvetten-Betreibern haben. «Bei der Oetlinger-Buvette wünschen sich die Anwohner, dass sie noch ein bisschen länger geöffnet hat, weil eine gewisse Klientel kommt, wenn diese schliesst.»

Ein neues Angebot

Dass ab der Mittleren Brücke rheinabwärts überhaupt ein gastronomisches Angebot besteht, ist ein relativ neues Phänomen. «Einerseits hat der Kasernenhauptbau das verunmöglicht, andererseits ist es vor allem Wohnareal», sagt Allmendverwaltungschef Hofmann. Deshalb habe der Rhein-Boom auch so für viel Ärger gesorgt. Dass dieser von den Buvetten ausgelöst wurde, glauben die Beteiligten nicht. «Da kann man auch fragen, was zuerst war: das Huhn oder das Ei.» Und Buvetten-Betreiberin Dana Poeschel sagt: «Unser Abschnitt war schon vor uns sehr belebt.»

Klar ist: Die Buvetten sind eine Erfolgsgeschichte und lindern für die Matthäus-Bewohner im Sommer die Nebenwirkungen des Massenandrangs am Rhein. Und: «Es macht uns einfach Spass», sagt Dana Poeschel.

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