Öffentlicher Verkehr

BVB bauen Depot für die Busse der Zukunft – doch die Ausschreibung stösst auf Kritik

In Basel läuft ein Pilotversuch mit einem E-Bus.

In Basel läuft ein Pilotversuch mit einem E-Bus.

Der Rankhof wird bis 2027 für den Betrieb von Elektrobussen ausgestattet. Politiker stören sich an der Ausschreibung.

Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben die Modernisierung ihres Betriebshofs Rankhof ausgeschrieben. Bis 2027 soll die Infrastruktur für 110 Elektrobusse ausgestattet sein. Dann wird die Busflotte Basels ausschliesslich mit Fahrzeugen betrieben, die mit erneuerbarer Energie fahren.

Damit verändern sich die Anforderungen an den Betriebshof, der bisher auf den Betrieb von Bussen mit Verbrennungsmotor ausgerichtet war. Laut Ausschreibung wird der Fahrzeugpark aus 110 E-Bussen bestehen, darunter 86 Gelenk-, 17 Standard- sowie 7 sogenannte Midibusse, das sind kleinere Linienbusse.

Neu Platz für die gesamte Basler Busflotte

Neu soll der Betriebshof so gross sein, dass alle Busse dort eingestellt werden können. Heute ist nur für 65 Prozent der Flotte Platz. Die Anbieter müssen Referenzmandate mit Gesamt-Baukosten bei 40 Millionen Franken nachweisen. Die Kosten für die Umgestaltung liegen laut BVB aber höher.

Die Ausschreibung stösst auf Kritik. SP-Verkehrspolitiker Jörg Vitelli hält sie für mangelhaft. Er bezieht sich auf eine Kurzbewertung des «Beobachters für Wettbewerbe und Ausschreibungen Nordwestschweiz» (BWA). Demnach entspreche sie nicht den Leitlinien für Offerten des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA).

Bei den Zuschlagskriterien werde der Preis mit 45 Prozent statt 25 Prozent gewichtet, die Qualität der offerierenden Bewerber werde nicht beurteilt und auch die Zusammensetzung der Jury nicht transparent gemacht.

Die BVB weisen die Kritik zurück: «Die Ausschreibung erfolgte nach objektiven Kriterien. Wir bekamen von kantonsinternen Stellen dafür gute Noten.»

Beat Leuthardt (Grünes Bündnis) stört sich vor allem an dem «fait accompli», dass die Batterien der Busse zentral im Rankhof aufgeladen werden sollen. Derzeit muss ein E-Bus alle fünf bis sechs Stunden an eine Ladestation. Diese könnten sich auch an Endhaltestellen wie dem Euro-Airport, dem Badischen Bahnhof oder in Bottmingen befinden, wohin die BVB-Linie 34 fährt.

Ladung im Depot ist für BVB die beste Lösung

Die BVB halten nichts davon. So heisst es in der Einleitung der Ausschreibung mit Bezug auf eine Vorstudie, ein System mit Depotladung stelle «die beste technische Lösung dar». Zudem sei diese auch günstiger als sehr teure Infrastruktur auf öffentlichem Grund, die aufgrund des technologischen Wandels «in absehbarer Zeit» nicht mehr nötig seien.

Seit Februar läuft in Basel ein Pilotversuch mit einem einzelnen E-Bus. Einen anderen Weg hat die Baselland Transport AG (BLT) gewählt. Sie plant ab Ende 2020 ein zwei bis drei Jahre dauerndes Pilotprojekt mit fünf Elektrobussen –mit einer Ladestation im Depot und einer Schnellladestation an der Endstation in Bottmingen.

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Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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