Öffentlicher Verkehr
BVB brechen Versuch mit Gratis-WLAN ab

Die Basler Verkehrs-Betriebe führen doch kein Public-Wlan im öffentlichen Verkehr ein. Der Pilotbetrieb habe gezeigt, dass zu wenige Passagiere das Angebot nutzen und die Kosten zu gross wären.

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Im BVB-Tram wird nicht mehr öffentlich gratis gesurft.

Im BVB-Tram wird nicht mehr öffentlich gratis gesurft.

Basler Verkehrsbetriebe

Passagiere, die in Basel in Tram und Bus im Internet surfen wollen, müssen dies in Zukunft auf eigene Kosten tun: Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) brechen ihren Versuch mit kostenlosem öffentlichem WLAN ab. Sie begründen diesen Schritt mit zu hohen Kosten und veränderten Rahmenbedingungen.

Ihren Versuch hatten die BVB vor drei Jahren zusammen mit der Swisscom gestartet. Inzwischen verfügen je drei Trams und Busse über ein WLAN-System. Am Mittwoch gaben die Verkehrs-Betriebe jedoch bekannt, dass sie darauf verzichten, ihre gesamte Fahrzeugflotte für das Public WLAN aufzurüsten.

Die BVB begründen diesen Verzicht unter anderem mit zu geringem Interesse am Angebot, dass die Attraktivität von Bus und Tram hätte steigern sollen. So seien im Pilotbetrieb zu wenig Nutzer für ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis verzeichnet worden.

Nach Auskunft einer BVB-Sprecherin wurden für den Versuchsbetrieb 18'000 WLAN-Nutzungen pro Tag angestrebt. Das entspricht fünf Prozern der rund 360'000 Passagiere, die täglich mit den BVB fahren. Erreicht wurden aber nur gerade 4000 bis 5000 sogenannte Sessions. Die bestehenden WLAN-Anlagen werden nun wieder ausgebaut.

Kosten von mehreren 100'000 Franken pro Jahr

Die Einführung von WLAN in der gesamten Flotte hätte mehrere 100'000 Franken pro Jahr gekostet. Die BVB verweisen denn auch auf die vom Kanton Basel-Stadt als Eigner vorgegebene Kosteneffizienz.

Für den Verzicht machen die BVB zudem veränderte Rahmenbedingungen mit Flatrates und hohen Datengeschwindigkeiten geltend. Zudem habe sich der gesetzlich vorgeschriebene Login-Prozess im Probebetrieb als zu aufwendig erwiesen. Denn bei den BVB erstreckt sich die Reise eines Durchschnittspassagiers nur über vier bis fünf Stationen.

Anders sieht es aus bei der Baselland Transport AG (BLT), die ihre Tramlinien ebenfalls vor drei Jahren mit WLAN auszurüsten begann, und dies gleich definitiv: Auf den Vorortslinien der BLT sind die Fahrgäste im Schnitt mindestens 20 Minuten unterwegs, weshalb das Gratis-WLAN beliebt ist.

Seit Sommer 2014 verfügen sämtlich BLT-Trams über WLAN. Pro Tag wird das Angebot von 5000 bis 6000 Fahrgästen genutzt, wie es auf Anfrage hiess. Bei ihren Bussen verzichtet die BLT dagegen wegen der kürzeren Verweildauer der Passagiere auf diesen Service.