Öffentlicher Verkehr
BVB haben 2015 Nachfrage gut bewältigt

Die Basler-Verkehrs-Betriebe (BVB) haben im vergangenen Jahr ein erhöhtes Passagieraufkommen gut bewältigt: Dass bei erstmals über 300 Millionen Personenkilometern unter dem Strich der Jahresgewinn wegschmolz, ist vor allem Sondereffekten im Vorjahr zuzuschreiben.

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BVB-Tram in Basel

BVB-Tram in Basel

Kenneth Nars

Nach den Verkehrszahlen Ende Februar haben die BVB am Montag die Geschäftszahlen 2015 publiziert. Der Jahresgewinn betrug noch 170'000 Franken, gegenüber 4,8 Millionen im Vorjahr - davon waren indes 3,8 Millionen Franken Sondereffekte gewesen. Mit einer Umstellung der Rechnungslegung wurden zudem diverse Posten neu anders verbucht, wie Finanzchef Stefan Popp vor den Medien ausführte.

Operativ seien die BVB 2015 sehr gut unterwegs gewesen: Das Betriebsergebnis (EBITDA) stieg um 19,3 Prozent auf 41 Millionen Franken. Der grössere Andrang in Trams und Bussen schlug sich mit einem Plus von 2,5 Prozent bei den Verkehrserlösen nieder, die 127,46 Millionen Franken erreichten - auch Tarife wurden angepasst.

Erneuerungsdruck

Die Regierungs-Sparvorgabe von einer Million Franken Effizienzverbesserung sei umgesetzt und zudem erstmals Abgeltungen von 2,6 Millionen Franken an den Kanton zurückgezahlt worden, sagte Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal. Nach der Krise von 2013 sei die Vergangenheit bewältigt und seien die BVB "auf dem Weg zu einer ganz normalen Unternehmung".

"Sehr stolz" ist Blumenthal, dass das gute Jahr gelang trotz teurer Modernisierung, etwa mit der Auslieferung von Flexity-Trams und neuer Busse sowie neuer Dienstbekleidung. Die neuen Fahrzeuge sind deutlich sparsamer und emissionsärmer. Laut Geschäftsbericht haben sich die BVB vorgenommen, bis 2020 um 20 Prozent effizienter zu werden.

Erneuerung bleibt Vorgabe: Mit einem neuen BVB-Gesetz muss die ganze Flotte bis 2027 mit erneuerbarer Energie fahren. Ein Pilotversuch mit einem Elektrobus steht an - für Blumenthal ist e-Mobilität "unsere Zukunftsvision". Er hofft mit steigender Nachfrage auf bald günstigere Beschaffungs- und Betriebskosten für e-Busse.

Schneller bauen

Aufgestauter Gleisunterhalt soll rasch aufgeholt werden. Die BVB wollen dazu nicht mehr unter laufendem Betrieb bauen, sondern möglichst jeweils die Strecke sperren. Das ist gemäss Direktor Erich Lagler sicherer sowie etwa zwei Drittel schneller und ein Fünftel günstiger. Zuerst wird die Klybeckstrasse diesen Sommer à jour gebracht.

Blumenthal will überdies das Image der BVB stärken, damit diese als Arbeitgeber gut dastehe: Mit einem Personal-Durchschnittsalter von 46 Jahren zeichne sich schon in naher Zukunft einiger Rekrutierungsbedarf ab. Für manche Aufgaben sei der Markt eng - so wird schon seit Monaten ein neuer Infrastrukturleiter gesucht.

Zur aktuellen politischen Diskussion um das Umweltschutzabonnement blieb Blumenthal derweil unverbindlich. Er stellte stattdessen die Digitalisierung des U-Abos für Mobilitelefone in Aussicht, möglichst noch in diesem Jahr und vielleicht als Schweizer Premiere.

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