Erich Lagler wird neuer Direktor der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB). Der 53-jährige Kadermann der SBB tritt seine neue Aufgabe spätestens per Januar 2015 an. Neuer Finanzchef der BVB wird Stefan Popp.

Lagler und Popp wurden am Montag vom BVB-Verwaltungsrat gewählt und am Dienstag den Medien vorgestellt. Der neue Direktor und der neue Finanzchef seien führungserfahrene Persönlichkeiten, die mit ihrem Leistungsausweis dem Anforderungsprofil nicht besser entsprechen könnten, sagte BVB-Verwaltungsratspräsident Paul Blumenthal.

Die BVB stellen die neuen Führungsleute Stefan Popp und Erich Lagler vor. (v. l. n. r.: Kurt Altermatt, Stefan Popp, Erich Lagler und Paul Blumenthal)

Die BVB stellen die neuen Führungsleute Stefan Popp und Erich Lagler vor. (v. l. n. r.: Kurt Altermatt, Stefan Popp, Erich Lagler und Paul Blumenthal)

SBB-Industriewerk Olten saniert

Der künftige BVB-Direktor ist gelernter Betriebsingenieur und Verkaufsleiter. Seit Anfang 2014 ist er Bereichsleiter bei der SBB-Division Personenverkehr. Zuvor hatte er während rund zehn Jahren das Industriewerk Olten der SBB zu einem modernen und effizienten Industriebetrieb umgebaut. Dafür wurde er 2013 mit dem Wirtschaftsförderpreis der Region Olten ausgezeichnet.

Lagler habe Reformen im SBB-Industriewerk Hand in Hand mit dem Personal und den Sozialpartnern umgesetzt, sagte Blumenthal. Der BVB-Verwaltungsratspräsident zeigte sich überzeugt, dass ihm dies auch bei den BVB gelingen wird. Der eingeschlagene Veränderungskurs solle weitergeführt werden, entscheidend dabei sei aber auch das "Wie", sagte Blumenthal.

Einen neuen Direktor brauchen die BVB, weil Laglers Vorgänger Jürg Baumgartner nach Vorwürfen der Basler Finanzkontrolle (Fiko) wegen Rechtsverletzungen bei den BVB stark unter Druck geraten war. Im Dezember 2013 wurde er 2013 fristlos entlassen, als auch noch bekannt wurde, dass er anzügliche SMS und MMS an Mitarbeiterinnen verschickt hatte.

Spätestens Anfang 2015

Erich Lagler hat als Kadermmann der SBB eine Kündigungsfrist von sechs Monaten. Wenn ihn die SBB nicht früher frei gibt, kann er seinen neuen Posten spätestens am 1. Januar 2015 antreten. Bis dann führt als interimistischer Direktor Michael Bont die BVB.

Als neuer Finanzchef wird Stefan Popp Nachfolger von Franz Brunner, der im Februar 2014 seinen Abgang spätestens per Ende November angekündigt hatte. Brunner geht wegen von der Fiko aufgedeckter Pflichtverletzungen. Die Regelverstösse bei den BVB hatten im September 2013 schon Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath zum Rücktritt bewegt.

Der neue Finanzchef arbeitet derzeit noch bei den Industriellen Werken Basel (IWB) und fängt am 1. August bei den BVB an. Stefan Popp ist 47 Jahre alt und hat Betriebswirtschaft studiert.

Für die Besetzung der beiden Führungspositionen hatte der BVB-Verwaltungsrat einen Nominationsausschuss eingesetzt. Für den Direktorenposten gingen über 130 Bewerbungen ein, für die Stelle des Finanzchefs rund 100, wie an der Medienkonferenz zu erfahren war. Nach Sichtung der Bewerbungen durch eine externe Beratungsungsfirma lud der Ausschuss 13 Personen, die Direktor werden wollten, zu einem Gespräch ein.