Seit bald drei Jahren ist das neue Lohnsystem für die Basler Staatsangestellten in Kraft. Doch bis zur Bereinigung aller Unstimmigkeiten wird noch mehr als ein Jahr verstreichen.
Für die 13'000 Mitarbeiter wurden im administrativen Grossprojekt rund 3700 Funktionen definiert und diese jeweils Lohnklassen zugeordnet. Beschäftigte von 260 dieser Funktionen waren mit ihrer Stufeneinteilung Lohnklassenzuteilung nicht einverstanden. Sie reichten Beschwerden ein, die von einer paritätisch besetzten Überprüfungskommission behandelt werden. Gut die Hälfte davon wurde bisher abgearbeitet.

Andrea Wiedemann, Leiterin des Zentralen Personaldienstes (ZPD), sagt, dass in neun von zehn Fällen keine Anpassung erfolgte, sondern dem Vorschlag der ZPD gefolgt werde. Bei zehn Funktionszuteilungen kam es zu keiner gütlichen Einigung. Als nächste Beschwerdeinstanz hat darüber das Verwaltungsgericht zu befinden.

Einen negativen Gerichtsentscheid haben kürzlich zehn BVB-Mitarbeiter erfahren, die eine bessere Einstufung ihrer Arbeit im Bereich Netzbetrieb forderten. Da sie als Fahrausweiskontrolleure, im Störungsmanagement und als Tramersatzfahrer im Einsatz seien, hätten sie eine Verantwortung die eine höher Einstufung als Lohnklasse 11 rechtfertige. Die Logik ihrer Argumentation sei nicht zwingend, befand das Gericht und lehnte eine bessere Einstufung ab. Der VPOD hat das Urteil geprüft und verzichtet auf einen Weiterzug, erklärt Regionalsekretärin Toya Krummenacher auf Anfrage.

Trotz der Niederlage vor Gericht ist die Gewerkschaft grundsätzlich zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg. Für viele Mitglieder gehe das Prozedere jedoch zu langsam. Sie seien ungeduldig, so lange sie auf eine bessere Einstufung ihrer Funktion hoffen. Die Aussichten, per Gericht eine Verbesserung zu erzielen, sind nach den bisherigen Gerichtserfahrungen statistisch gesehen klein: Alle sechs vorliegenden Urteile stützen bisher die Position von Basel-Stadt als Arbeitgeber. (cm)