Anzeigetafeln
BVB muss Anzeigetafeln wegen Pannen für 3,9 Millionen nachrüsten

Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) müssen das pannenanfällige Informationssystem für weitere 3,9 Millionen Franken nachrüsten. Ein Bericht nennt nun die Schuldigen des Flops: Die BVB selbst und den Lieferanten.

Pascale Hofmeister
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Anzeigetafel der BVB, als diese noch nicht richtig funktionierten.

Anzeigetafel der BVB, als diese noch nicht richtig funktionierten.

bz

Die Umstellung auf das neue Leitsystem und die neuen Fahrgastinformationen der Basler Verkehrsbetriebe verlief nicht reibungslos: Immer wieder fielen Anzeigetafeln aus oder zeigten falsche Wartezeiten an, sehr zum Ärger der Fahrgäste. Dass es Probleme gab räumt nun auch ein Bericht der Geschäftsleitung zuhanden des Verwaltungsrates ein. Dieser wird heute morgen präsentiert. «Unterschiedliche Gerätegenerationen machten das System anfälliger als erwartet, was zu Ausfällen und falschen Angaben auf den Anzeigetafeln führte. Mögliche Störquellen, welche sich erst bei vollem Betrieb bemerkbar machten, wurden unterschätzt», heisst es im Bericht.

zvg

Begonnen wurde mit der Umstellung im September. «Zufriedenstellend und stabil» laufe das System seit Februar 2013, obwohl noch vereinzelte Störungen auftreten.

Schwache Projektorganisation

Fehler ortet der Bericht auf der Seite des Lieferanten und auf Seiten der BVB: So sei die Projektorganisation der BVB unter starken Druck geraten, während die Beratungskapazität bei den Lieferanten in den Stressphasen knapp gewesen sei.

Auch bei der Kommunikation rügt der Bericht das Vorgehen: Es sei versäumt worden, in einer frühen Phase über die komplexen Arbeiten zu informieren. In der Folge seien die Pannen und Verzögerungen auf wenig Verständnis gestossen.

Weitere Millionen

Das Debakel ist aber noch nicht ganz ausgestanden, auch wenn das System inzwischen einigermassen stabil ist. Die BVB greifen nämlich nochmals in die Kasse, um die Schwachstellen des Systems zu beheben.

In erster Linie wird die Architektur des Systems durch Redundanzen gestärkt, dann werden Fahrzeuge schneller umgerüstet als vorgesehen und weitere Softwareoptimierungen vorgenommen.

Das wird die Verkehrsbetriebe nochmals 3,9 Millionen Franken kosten, wie sie am Dienstag erklärten. Eine Million ist budegetiert, der Rest sind Zusatzkosten. Damit ist auch klar: die für die Umstellung budgetierten 9,7 Millionen Franken reichen bei weitem nicht aus.