Für Andreas Büttiker ist klar: «Es gilt das Verursacherprinzip. Wenn nachweisbar signifikante Schäden entstanden sind, wären diese durch die BVB zu berappen», sagt der Direktor der Baselland Transport AG (BLT). Vergangene Woche hatten die Basler VerkehrsBetriebe (BVB) bekannt gegeben, dass seit Monaten Räder der Trams nicht rechtzeitig und richtig gewartet worden sind. Das hat massive Folgen: Auf dem gesamten BVB-Tramnetz sind Gleise deutlich stärker abgenutzt als erwartet – unabhängig von deren Alter und Art. Nun müssen Schienen wohl früher als geplant ersetzt werden. Die Kostenfolgen sind noch nicht absehbar.

Ernsthaft mit den BVB reden

Betroffen sein dürfte aber nicht nur das Basler Tramnetz. Denn die holprigen BVB-Trams sind auch auf Baselbieter Boden unterwegs. So fahren Basler Trams auf der Linie 2 Richtung Binningen, als 3er Richtung Birsfelden, auf der Linie 6 nach Allschwil und mit dem 14er nach Pratteln. «Wenn die BVB Schäden an der Infrastruktur feststellen, ist nicht auszuschliessen, dass auch die Schienen auf Baselbieter Boden betroffen sind», kommentiert Büttiker.

Die BLT will die Linie 14, die im Besitz des Baselbieter Unternehmens ist, nun untersuchen. Dort sollten die Schäden allerdings nicht allzu massiv sein, weil die Schienen härter seien und es weniger Kurven und Weichen gebe, schätzt Büttiker. Bei der Tramschlaufe in Binningen könnte das dagegen anders aussehen. «Wir werden das mit den BVB aber sicher thematisieren.»

Handlungsbedarf erkennt SP-Landrat Urs Kaufmann: «Der Kanton sollte nun dringendst untersuchen, ob auch auf Baselbieter Boden Schäden entstanden sind», sagt der Präsident der Bau- und Planungskommission. «Und falls die Schieneninfrastruktur tatsächlich beschädigt worden ist, wird man ernsthaft mit den BVB reden müssen.» Der BLT-Direktor empfiehlt die Sache besonnen anzugehen. Zuerst gelte es die Ursachen des Schienenverschleisses genau zu klären, dann diese zu beseitigen und in der Folge das Schadensausmass zu bestimmen.

BVB signalisieren Bereitschaft

Die zuständige Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) zeigt sich dagegen noch zurückhaltend: «Aktuell haben wir keine ausserordentlichen Schäden festgestellt», sagt Mediensprecher Nico Buschauer. Das liege allenfalls auch daran, dass es auf Baselbieter Boden nur wenige Kreuzungsstellen und Weichen gebe. Deshalb könne die Direktion derzeit auch noch keine Angaben dazu machen, wie sie mit Schäden umgehen würde, die durch die geänderten Wartungsintervallen am BVB-Rollmaterial entstanden sind.

«Sollten Schäden auch auf Baselbieter Boden festgestellt werden, welche auf das aktuelle Problem der Abnutzung und Schäden zurückzuführen ist, würde die Schadensbehebung in Absprache mit dem Kanton Baselland erfolgen», versichern ihrerseits die BVB. Es hätten bereits Gespräche mit der BLT stattgefunden und auch die zuständigen Baselbieter Behörden seien entsprechend informiert. «Für die BVB geht es zuerst in erster Linie darum, die Schäden und deren Ursache so rasch als möglich zu beseitigen», erklärt Sprecher Benjamin Schmid. Anschliessend würden die BVB umgehend das Gespräch mit den Eigentümern der Schienen suchen.

Auch BLT-Direktor Büttiker will mit den Basler Kollegen einen pragmatischen Weg finden. Gleichzeitig aber stellt er klar: «Hier geht es vermutlich nicht um Kleinigkeiten, die Schäden auf dem ganzen Netz können rasch in die Millionen gehen.»