Öffentlicher Verkehr

BVB veröffentlichen Karte: Hier können Rollstuhlfahrer einsteigen

Neu soll klar signalisiert werden, an welchen Haltestellen die Klapprampe eingesetzt werden kann.

Um Reisen planbarer zu machen, vereinheitlichen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) den Einsatz von Klapprampen für Elektro-Rollstuhlfahrende. Speziell mit einen Piktogramm markiert werden Haltestellen, an denen Klapprampen eingesetzt werden können.

Bis anhin war für Rollstuhlfahrer eine Reise mit dem städtischen öV nur schwer planbar. Besonders für die mit einem Elektro-Rollstuhl. Ohne klare Regelung seitens der Basler Verkehrsbetriebe lag die Entscheidung bisher beim Fahrpersonal selbst, ob ein Einstieg über die Klapprampe überhaupt sicher ist oder nicht. Denn obwohl sämtliche Bus- und Tramlinien mittlerweile rollstuhlgängig sind, gibt es bei den einzelnen Haltestellen nach wie vor grosse Unterschiede.

Bei diesen Tram-Haltestellen können Rollstuhlfahrer ein- und aussteigen.

Bei diesen Tram-Haltestellen können Rollstuhlfahrer ein- und aussteigen.

Rollstuhlgängige Haltestellen ermittelt

Der Ein- und Ausstieg über eine Klapprampe ist zum Beispiel nicht möglich, wenn die Steigung für einen schweren Elektro-Rollstuhl zu gross ist oder die Haltestelle zu schmal. In Zusammenarbeit mit dem Behindertenforum Region Basel hat die BVB nun ermittelt, welche Haltestellen mit einem E-Rollstuhl befahren werden können. «Dabei ging es darum, sich an den Normen zu orientieren, aber auch den gesunden Menschenverstand einzusetzen», betont Bruno Stehrenberger, Leiter Infrastruktur bei der BVB. So wurden nun 76 Prozent der Tram- und 88 Prozent der Bushaltestellen als rollstuhlgeeignet eingestuft.

Bei diesen Bus-Haltestellen können Rollstuhlfahrer ein- und aussteigen.

Bei diesen Bus-Haltestellen können Rollstuhlfahrer ein- und aussteigen.

Derzeit werden sämtliche Haltestellen, die für (Elektro-)Rollstühle befahrbar sind, gekennzeichnet. Sieht der Rollstuhlfahrer künftig das betreffende Piktogramm, stellt er sich vorne an der Haltestelle auf und signalisiert, dass er einsteigen will. Neben den Haltestellen werden auch die Tramtüren gekennzeichnet, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind. So haben neu Rollstühle und Kinderwagen separate Eingänge und Platzprobleme können vermieden werden. Diese

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Massnahmen sollen die Mobilität von Rollstuhlfahrern im öV erleichtern.
Das freut Francesco Bertoli. Der Präsident des Behindertenforums Region Basel ist selbst oft mit Bus und Tram unterwegs. Für ihn ist das neue System ein guter Anfang: «Ich bin zuversichtlich, dass es möglich ist, das ganze öV-Netz rollstuhlgerecht zu machen.» Gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz müsste das Ende 2023 bereits der Fall sein. Was die Einhaltung dieser Frist angeht, ist Bertoli skeptisch: «Wir sind auf gutem Weg, aber ich denke nicht, dass 2023 alles abgeschlossen sein wird.»

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