Es war Carlo Conti anzusehen, dass ihm der Schritt schwerfiel: Er trat vor die Presse, gestand Fehler ein, übernahm die volle Verantwortung und kündigte seinen Rücktritt an. Das passt zu Carlo Conti und es passt zu seiner Partei, der CVP. Es erinnert ans «Mea culpa» der katholischen Kirche: Ich bekenne, ich habe gefehlt, durch meine grosse Schuld.

Das ist persönlich konsequent: Conti macht vor, wie gradlinig Politik sein kann. Linke wie rechte Politiker zollten ihm gestern deshalb Respekt. Weil er offen zu seinen Fehlern steht und Konsequenzen zieht, wird sein Rücktritt bedauert.

Deshalb ist es politisch klug: Conti kann erhobenen Hauptes abtreten. Er verschafft der CVP damit eine gute Ausgangslage für die Ersatzwahl im Sommer. Es ist politisch so klug, dass man sich fragt, ob es wirklich das spontane Schuldbekenntnis eines Politikers ist, oder ob doch Kalkül dahinter steckt.

So oder so: Conti setzt Massstäbe, weil er die volle Verantwortung für seine Fehler übernommen hat. Mag sein, dass er die Honorare nicht ganz so unbewusst eingesteckt hat. Mit seinem Rücktritt zieht er die härteste Konsequenz. Solche Politiker wünschen wir uns. Bloss schade, dass Conti seine Integrität nur durch einen Rücktritt hat beweisen können.