Der Freefloating-Anbieter Catch a Car wird zum Autovermieter. Nebst den bisherigen Minutentarifen für Kurzfahrten wird seit dem 8. Januar auch eine 24-Stunden-Flatrate zum Kampfpreis von 88 Franken angeboten – inklusive Benzin und unbegrenzter Kilometer. Doch die regionalen Autovermieter sehen sich durch dieses Angebot nicht in Bedrängnis, wie mehrere Anbieter auf Anfrage dieser Zeitung sagten. Sie sehen auch keine Benachteiligung dadurch, dass die Mietwagen zu vergleichsweise günstigen Konditionen auf Allmend abgestellt werden dürfen.

Auch der Kanton Basel-Stadt, der Catch a Car die Parkkarten für die ursprünglichen Kürzest-Fahrten zu Sonderkonditionen von 590 Franken pro Auto und Jahr zur Verfügung stellt, sieht im neuen Geschäftsmodell mit längeren Mieten kein Problem. Nicole Stocker, Sprecherin des Bau- und Verkehrsdepartements, sagt: «Carsharing trägt generell dazu bei, dass Menschen, die ein Auto nur selten oder für kurze Strecken benötigen, auf ein eigenes Fahrzeug verzichten und sich dieses stattdessen teilen. Das führt zu weniger Fahrzeugen und verringert den Druck auf den knappen Parkraum. 

Die neue Tarifstruktur dürfte in erster Linie jenen zu Gute kommen, die ein Fahrzeug ausnahmsweise mal etwas länger benötigen. Wir gehen davon aus, dass die Fahrzeuge von Catch a Car weiterhin grossmehrheitlich für kurze Zeitspannen gemietet werden.» Über das neue Tarifmodell sei Basel-Stadt von Catch a Car nicht informiert worden. «Dazu ist Catch a Car auch nicht verpflichtet», sagt Stocker.

Der Spezialtarif, den Catch a Car für die unbegrenzte Benutzung aller blauer Parkfelder in Basel-Stadt bezahlt, ist in der Parkraumbewirtschaftungsverordnung festgehalten. Darin steht, dass Carsharing-Unternehmen zu deren Bezug berechtigt sind, sofern sie über eine Flotte von mindestens 50 Fahrzeugen verfügen und eine kurzzeitige, stationsungebundene Fahrzeugmiete anbieten.

Keine Stellungnahme

Catch a Car ist eine Aktiengesellschaft, an der nebst der Mobility-Genossenschaft der Autoimporteur Amag und der Versicherungskonzern Allianz beteiligt sind. Nebst 120 Fahrzeugen in Basel betreibt der Anbieter auch eine Freefloating-Flotte in Genf. Auf die Anfrage dieser Zeitung hat Catch a Car nicht reagiert.