Parkplätze in der Blauen Zone sind in Basel Mangelware. Dies haben auch die Verantwortlichen des Car-Sharing-Unternehmens «Catch a Car» festgestellt – denn sie suchen nun Parkplätze in der Innenstadt zur fixen Anmietung. Grundsätzlich widersprechen solche Parkplätze der Freefloating-Idee hinter «Catch a Car», dennoch gibt es bereits jetzt beim Bahnhof SBB sowie am Euro-Airport reservierte Parkplätze.

Nun prüfe das Unternehmen, ob künftig einer oder mehrere solcher fixen Abstellplätze auch an «strategisch guten Orten» zur Verfügung gestellt werden können, sagt «Catch a Car»-Geschäftsführer Adamo Bonorva. «Im Gegensatz zu den Mobility-Fahrzeugen brauchen wir Standorte unter freiem Himmel, damit die Satelliten-Ortung funktioniert und die Kunden auf der App jederzeit den exakten Standort der Fahrzeuge sehen können.»

Kanton hat kein Interesse

Solche Plätze könnte auch die Stadt zur Verfügung stellen, beispielsweise indem einzelne Parkplätze in der Blauen Zone für die Carsharing-Fahrzeuge reserviert würden – ähnlich wie dies aktuell bei einigen Taxistandplätzen der Fall ist. Doch davon will Simon Kettner, Leiter Mobilitätsstrategie beim Bau- und Verkehrsdepartement, nichts wissen. «Auch ein ‹Catch a Car› ist immer noch ein Auto, das in der Innenstadt herumsteht, und das wollen wir nicht zusätzlich fördern.»

Basel-Stadt biete Freefloating-Anbietern bereits jetzt interessante Möglichkeiten, etwa den Erwerb von Carsharing-Parkkarten, die das unbeschränkte Abstellen der Autos in der Blauen Zone ermöglichen. «Aus unserer Sicht genügt das. Wenn das Unternehmen nun bei Privaten oder Firmen zusätzliche Abstellplätze anmietet, so kann ich das verstehen.» Parkplätze an der Oberfläche seien in Basel ein sehr knappes Gut. Ziel sei, möglichst viele Autos in Parkhäuser zu bringen.

«Catch a Car» hat 2014 in Basel einen zweijährigen Pilotversuch mit zunächst 100, später 120 Autos gestartet. Letztes Jahr wurden die Versuchsphase abgeschlossen und der Regelbetrieb aufgenommen. Noch während der Versuchsphase wurde das Gebiet mehrfach vergrössert, zuletzt nach Binningen und Muttenz.

In Zeitungsberichten wurde mehrfach kritisiert, dass die Autos seither vor allem an der Peripherie abgestellt würden. Mit den zentral gelegenen reservierten Parkplätzen versucht das Unternehmen nun, diesem Trend entgegenzuwirken. So wird die Parkplatz-Suche explizit mit einer Umfrage zur Parksituation in der Basler Innenstadt begründet, die das Unternehmen im Januar durchgeführt hat.