Die Antwort von Regierungsrat Hans-Peter Wessels (SP) ist deutlich: Eine Diskussion über den Umbau des Centralbahnplatzes ist zurzeit nicht erwünscht. Ende März sollen die Bagger auffahren. Priorität hat für die Regierung, die alten Gleise schnellstmöglich zu ersetzen. Diese seien in einem «schlechten, teilweise sogar alarmierenden Zustand», schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Basta-Grossrat Beat Leuthardt.

Dieser forderte einen Baustopp, damit der Centralbahnplatz nicht nur saniert und behindertengerecht gestaltet, sondern auch verbessert wird. Ein solcher Baustopp «hätte gravierende Folgen», antwortet nun Wessels. Es bräuchte Notmassnahmen, welche hohe Zusatzkosten verursachen. Ausserdem wäre ein koordinierter Bauablauf nicht mehr möglich, was zu zusätzlichen Umleitungen und Streckenunterbrüchen für die Fahrgäste führen würde.

Die Diskussion um den Centralbahnplatz neu angestossen hatte Anfang Jahr der frühere Grossrat Urs Müller mit einem überraschenden Vorschlag. Der 8er in Richtung Aeschenplatz solle künftig den Platz nicht mehr direkt vor dem Bahnhofseingang queren, sondern am Nordende des Platzes auf einem noch zu erstellenden Gleisstück – also parallel zur Gegenrichtung. So könnte der Tramverkehr auf dem belebten Platz (rund 100'000 Fahrgäste pro Tag) entflochten werden.

Druck auf Wessels wächst

Von diesem Vorschlag hält Bau- und Verkehrsdirektor Wessels allerdings reichlich wenig: Diese neue Schienenverbindung sei baulich sehr komplex und hätte negative Auswirkungen auf den Trambetrieb und den Verkehrsfluss in der Nauenstrasse.

Die Antwort der Regierung dürfte aber nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit gewesen sein. Mittlerweile wurde im Parlament eine Motion eingereicht – unterschrieben von Politikern aller Parteien. Auch diese fordert vom Regierungsrat, nicht einfach die alten Gleise zu ersetzen, sondern die Situation zu verbessern. Auch Leuthardt hat bereits reagiert und mit einer weiteren Interpellation nochmals nachgedoppelt.