Mondfest

Chinesen und Basler feiern eine einsame Frau auf dem Mond

Am 30. September findet auf dem Münsterplatz das achte Mondfest Basel statt. Möglich macht dies eine zehnjährige Städtepartnerschaft.

Von einer Göttin bekam der Bogenschütze Hou Yi eine Pille der Unsterblichkeit. Als Belohnung, weil er von zehn existierenden Sonnen, neun herunter schoss. Seine Frau Chang’e schluckte diese Medizin und schwebte daraufhin zum Mond empor. Dort baute sie sich einen Palast, in dem sie seitdem lebt.

So lautet die Sage, wegen der ganz China jedes Jahr im Herbst das Mondfest feiert. «Es ist eigentlich ein trauriges Fest in Andenken an das Getrenntsein von Liebenden. Durch die Feier überwinden wir die Trennung», sagt Hong Heygel aus der Arbeitsgruppe Mondfest Basel 2017. Am Samstag in einer Woche findet die achte Ausgabe des Events auf dem Münsterplatz statt.

Die Organisatoren rechnen mit 4000 bis 6000 Zuschauern. Wie sehr der Anlass interessiert, zeigt der Fakt, dass das traditionelle Mondkuchenbacken zwei Tage vorher bereits ausgebucht ist. «Wer keine Zeit oder kein Geld hat, um nach China zu reisen, kann an diesem Tag in Basel erleben, was das Land ausmacht», sagt Sabine Horvath, die Leiterin von Standortmarketing Basel Stadt.

Während eines Showacts schauen die Besucher gebannt zur Bühne. © Bettina Matthiessen

     

Tatsächlich verwandelt sich der Münsterplatz in acht Tagen in ein kleines Fleckchen China. Es gibt kulinarische Köstlichkeiten aus sechs unterschiedlichen Regionen Chinas. Dazu können die Besucher an Teezeremonien, Faltkunstkursen und am abschliessenden Drachentanz teilnehmen. Auch für ein Bühnenprogramm ist gesorgt. Das musikalische Highlight des diesjährigen Mondfestes ist der Gastauftritt des preisgekrönten Orchesters «Shanghai Huangpu Youngster Art Activity Centre».

Auf der Bühne wird musiziert und getanzt. © Bettina Matthiessen

    

Möglich gemacht hat den Auftritt des Ensembles aus Shanghai die Städtepartnerschaft zwischen Basel und der 24-Millionen-Metropole. In diesem Jahr feiert die Partnerschaft ihr zehnjähriges Jubiläum.

Shanghai wählt Basel zum Partner

2005 fragte die Hafenstadt am ostchinesischen Meer überraschend das kleine Basel an, ob Interesse an einer Städtepartnerschaft bestünde. Eingefädelt hat diesen Deal der Basler Diplomat Hans Jakob Roth, der zu dieser Zeit als Generalkonsul in Shanghai stationiert war. Zwei Jahre später nimmt Basel das Angebot an. Seitdem sind zahlreich Kooperationen in unterschiedlichen Bereichen realisiert worden.

Im Bereich der Spitzenmedizin können zum Beispiel Ärzte aus dem Universitätsspital Basel in Shanghai neue OP-Techniken oder Behandlungsmethoden erproben. Im Bereich Wirtschaft hilft die Städtepartnerschaft Schweizer Firmen, die in China Fuss fassen wollen. Ausserdem kooperieren die beiden Flughäfen EuroAirport und Shanghai Airport und die beiden Schiffshäfen in Basel und Shanghai bezüglich Frachtverkehr und Know-how. Auch im Bereich der Bildung trägt die Städtepartnerschaft Früchte. 2013 eröffnet das «Confucius Institute» an der Universität Basel und in den vergangenen sechs Jahren sind aus den Gymnasien Leonhard und Kirschgarten 171 Schülerinnen und Schüler in Shanghai im Austausch gewesen.

Beschenkt haben sich die beiden Städte ebenfalls. So steht in Shanghai ein Basler Basiliskenbrunnen und im St. Johanns-Park die acht Tonnen schwere Steinskulptur Zhou.

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