Kulturzentrum
Chinesischer Investor will in Basel ein Kulturhaus bauen

In Basel soll künftig ein Zentrum für chinesische Kultur mit nationaler Ausstrahlung den Austausch beleben. Noch ist die Standortfrage völlig offen. Die Städtepartnerstadt Basels mit Shanghai wird so auch «physisch» ihren Niederschlag finden.

Hans-Martin Jermann
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Ausstellungen mit Werken chinesischer Künstler könnten (wie hier im Kunstmuseum Bern) schon bald auch in einem chinesischen Kulturzentrum in Basel zu sehen sein. Keystone

Ausstellungen mit Werken chinesischer Künstler könnten (wie hier im Kunstmuseum Bern) schon bald auch in einem chinesischen Kulturzentrum in Basel zu sehen sein. Keystone

Die Region Basel erhält womöglich bald eine weitere Kulturstätte von nationalem, wenn nicht gar internationalem Rang: Die Wirtschaftsförderung «BaselArea» steht mit einem chinesischen Investor in Verhandlungen, der hier ein grosses Zentrum für den kulturellen Austausch zwischen der Schweiz und China bauen will. In den ausschliesslich mit privaten Mitteln finanzierten Bau integriert würden gemäss den Ideen des Unternehmers ein Hotel und ein Restaurant.

«Multimillionen-Projekt»

Wie gross der neue Kulturtempel werden könnte, ist ungewiss. Es handle sich um ein «Multimillionen-Projekt», betont Franz Saladin, abtretender BaselArea-Geschäftsführer und ab September Direktor der Handelskammer beider Basel. Geplant ist neben einem Kulturzentrum, das Künstlern aus Fernost eine Plattform in der Schweiz bietet, auch ein Hotel mit Restaurant. Doch sind in der kleinräumig strukturierten Schweiz der Investitionsfreudigkeit der Chinesen Grenzen gesetzt. Mit anderen Worten: Einen Mega-Komplex wird es nicht geben. Ebenfalls offen ist der Standort: «Das Projekt muss nicht zwingend in der Stadt realisiert werden», stellt Saladin klar. Bis Ende Jahr will BaselArea eine verbindliche Zusage in Händen halten.

Entscheid soll bis Ende Jahr fallen

Noch ist die Standortfrage völlig offen. Auf der Suche beschränke man sich nicht auf die Stadt und deren unmittelbares Umfeld, stellt Saladin klar, denn: «In China herrschen ganz andere Vorstellungen von Zentralität und Distanzen als in der Schweiz.» Derzeit brütet der Investor über einem Businessplan. Bis Ende Jahr möchte man bei «BaselArea» ein verbindliches Stück Papier in den Händen halten. Womöglich kann mit dem Bau bereits 2012 begonnen werden.

Immer mehr Chinesen in Basel

Hintergrund der Kulturzentrum-Idee ist die Tatsache, dass in der Region immer mehr Chinesen leben; mittlerweile sollen es über 1000 sein. Vor allem der Kanton Basel-Stadt hat jüngst einige Anstrengungen für eine Willkommenskultur gegenüber den zumeist hoch qualifizierten Arbeitskräften aus dem Reich der Mitte unternommen. Hinzu kommt die Städtepartnerschaft mit Schanghai, die nicht «nur» mittels Verträgen und Kooperationen, sondern in Basel auch «physisch ihren Niederschlag finden soll», wie es Sabine Horvath, Leiterin des Standortmarketings, ausdrückt.

Weitere Ideen angedacht

Neben dem Kulturzentrum sind dazu zwei weitere Ideen angedacht: So hat die Universität Basel Interesse an der Gründung eines Konfuzius-Instituts als lokales Kompetenzzentrum für chinesische Sprache und Kultur, wie Horvath verrät. Das Institut könnte Europäer zum Lernen der chinesischen Sprache animieren und als Plattform für den Austausch unter den hier lebenden Chinesen dienen. Auch will Baudirektor Hans-Peter Wessel nächstens darüber diskutieren, ob und allenfalls wo in Basel ein chinesischer Garten gebaut werden könnte.

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