Chipperfield

Chipperfield bei seinem ersten Training in der 3. Liga

Scott Chipperfield wird von Marianne Hollinger, Gemeindepräsidentin von Aesch, herzlich begrüsst.

Scott Chipperfield wird von Marianne Hollinger, Gemeindepräsidentin von Aesch, herzlich begrüsst.

Die Ehrfurcht der Mitspieler vor Scott Chipperfield war im Training des FC Aesch deutlich zu sehen – die Gemeindepräsidentin war erstaunt über Chippis Deutschkenntnisse.

Die Fans des FC Basel nehmen es mit ein wenig Tristesse zur Kenntnis: Scott Chipperfield wird in der kommenden Saison im gelbschwarzen Dress die Meisterschaft bestreiten. Tröstlich ist da nur, dass die neue Mannschaft nicht Young Boys heisst, sondern FC Aesch.

Zwei Flaschen Baselbieter Wein

So war denn gestern Dienstag der Aufmarsch an Lokalprominenz beachtlich, die auf den Löhrenacker pilgerte. Allen voran Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger, die Chipperfield zwei Flaschen Aescher Wein überreichte. «Aber erst nach dem Training trinken», sagte Hollinger. Dazu gab es noch einen Aescher Tourismusführer auf Englisch. Die Gemeindepräsidentin entschuldigte sich: «Ich habe gelesen, dass sie gar kein Deutsch sprechen, aber ich sehe, dass das gar nicht stimmt. Sie verstehen mich ja ausgezeichnet.»

"Ein spezieller Tag"

Die Stimmung auf dem Löhrenacker war aufgekratzt, aber auch ein wenig ehrfurchtsvoll. Die neuen Mitspieler waren sichtlich bemüht, im ersten Training dem grossen Star, der ja immerhin 11 Jahre das Dress des grossen FC Basel trug, gleich als erstes den Ball zu spielen.

Dabei hatte doch FCA-Präsident Andrea Marescalchi in seiner kurzen Begrüssungsrede die Devise herausgegeben, dass die Mannschaft Chipperfield als Kollegen integrieren soll und nicht vor Ehrfurcht erstarren muss. «Aber es ist natürlich ein spezieller Tag», fuhr Marescalchi fort. Er sprach von Aufbruchstimmung. «Wir wollen etwas aufbauen und in die 2.Liga aufsteigen. Jetzt ist die Mannschaft gefordert und es gibt keine Ausreden mehr, und zwar nicht nur wegen Scott Chipperfield. Er kann den Erfolg nicht alleine bringen, jetzt muss jeder etwas mehr leisten, damit der FC Aesch wieder dorthin kommt, wo er hingehört.»

Chipperfield der Bankangestellte

Chipperfield selber nahm es gelassen. Dass gleich drei Fotografen wegen ihm auf den Löhrenacker gepilgert waren, kann einen wie ihn nicht mehr beeindrucken. Zum FC Aesch ist er gekommen, weil seine Kinder ihn überredet haben, nicht wie ursprünglich geplant nach Australien zurückzukehren. So will er nun eine Stelle im Bankbereich antreten. «Der FC Aesch hat mir für Donnerstag ein Vorstellungsgespräch ermöglicht und jetzt hoffe ich, dass es klappt», sagte Chipperfield, dessen weiteres wichtiges Ziel das Trainerdiplom ist. Zudem wolle er auch einen intensiven Deutschkurs machen «Da kommt es gerade gelegen, dass wir nur dreimal trainieren, so habe ich auch noch Zeit für meine Söhne.» Die spielen übrigens in der FCB-Nachwuchsbewegung und haben Talent, und da besteht durchaus die Hoffnung, dass wieder einmal ein Chipperfield für den FC Basel einlaufen wird.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1