Was sagen Sie dazu, dass nur noch halb so viele Aussteller an die nächste Baselworld kommen als in diesem Jahr?

Christoph Brutschin: Die notwendige Verkleinerung der Messe ist bedauerlich. Die Konzentration auf die führenden Branchenvertreter, welche den Markt ausmachen und die Fokussierung auf deren hohen Qualitätsansprüche ist allerdings richtig.

Was bedeutet diese Entwicklung für den Wirtschaftsstandort Basel, das Baugewerbe, die Hotellerie und die Gastronomie?

Die Baselworld ist für Basel und die Region eine der wichtigsten jährlich stattfindenden Veranstaltungen, insbesondere aufgrund ihrer grossen wirtschaftlichen Effekte für verschiedene Gewerbezweige. Natürlich werden die Veränderungen der Baselworld substanzielle Spuren hinterlassen – nicht nur bei der MCH Group, sondern bei allen Partnern und Zulieferern, welche in den vergangenen Jahrzehnten von der Entwicklung dieser Messe profitiert haben. Das ist leider unabwendbar.

Kann sich der Kanton Basel-Stadt andere Nutzungsmöglichkeiten für den Neubau der MCH vorstellen?

Dazu besteht keine Veranlassung. Der Neubau wird ja nicht nur – und weiterhin – von der Baselworld genutzt, sondern auch von vielen anderen Messen und Veranstaltungen, also Swissbau, Igeho, Baloise Session und weitere.

Was sind die Auswirkungen für den Kanton Basel-Stadt als Grossaktionär der MCH Group?

Die Rückgänge bei der Baselworld werden spürbare Auswirkungen auf die Resultate der MCH Group in den kommenden Jahren haben. Diese können kurzfristig nicht kompensiert werden. Das Unternehmen arbeitet jedoch an der Umsetzung und Weiterentwicklung verschiedener strategischer Initiativen und Projekte und ist zuversichtlich, mittelfristig wieder eine positive Ergebnisentwicklung erzielen zu können.

Steht eine Aufteilung der MCH Group in Live-Event-Business und Messe-Infrastruktur zur Debatte?

Die Unternehmensstruktur wird tatsächlich im Verwaltungsrat immer wieder geprüft und diskutiert. Eine entsprechende Veränderung ist im Moment aber kein Thema.