Von einem «historischen Tag» war die Rede, von einem «neuen Kapitel in der Partnerschaft der beiden Basel». Die Regierung haben sich auf eine neue Finanzierung der gemeinsamen Universität geeinigt, welche sie am Donnerstag den Medien vorstellten. Gleichzeitig soll in der Baselbieter Gemeinde Münchenstein ein neuer Standort für
die Wirtschaftswissenschaftliche und die Juristische Fakultät entstehen. Von allen Seiten ernteten die Regierungen dafür viel Lob.

Er sei ebenfalls froh, dass die Modalitäten für das weitere Vorgehen nun festgelegt seien, versichert der ehemalige Basler Erziehungsdirektor und heutige LDP-Nationalrat Christoph Eymann. «Ganz so euphorisch wie die beiden Regierungen bin ich aber nicht.» Denn viele wichtige Fragen seien weiter offen: «Wie viel Geld wird die Uni beispielsweise im Globalbudget erhalten? Das ist das alles Entscheidende.» Noch bis 2021 gilt für die Hochschule ein Sparbefehl. «So darf es sicher nicht weitergehen», findet auch Unirats-Präsident Ueli Vischer. Und nochmals Eymann: «Es ist zwingend, dass die Uni nun wieder mehr Geld erhält. Da ist gerade auch die Basler Regierung gefordert.»

«Das passt nicht zusammen»

Mit der jetzigen Einigung komme Basel-Stadt dem Landkanton erneut weit entgegen. Wenn ein Standort auf dem Dreispitz jedoch die Akzeptanz im Baselbiet erhöhe, «soll es mir recht sein», sagt Eymann. «Aber wenn die beiden Kantone schon bereit sind, eigens für einen neuen Standort viel Geld in die Hand zu nehmen, erwarte ich, dass nun endlich auch die völlig veraltete Infrastruktur der Physik- und Chemie-Studenten ersetzt wird.» Schon länger ist auf dem Baufeld 4 nahe des neuen Biozentrums ein Neubau geplant. Dieser müsse nun rasch an die Hand genommen werden. «Das Ganze verzögert sich aber seit Jahren, weil Baselland auf die Sparbremse getreten ist», kritisiert Eymann. «Das passt nicht ganz zusammen.»