FDP-Nomination
Christophe Haller: «Ich sehe mich als Exekutivpolitiker»

Mit Christophe Haller soll die rot-grüne Mehrheit in der Basler Regierung fallen. Der Basler Politiker ist einer der FDP-Kandidaten für die Regierungswahlen im Herbst. Im Interview erklärt er der bz, wieso er trotzdem nicht auf Ferien verzichten muss

Moritz Kaufmann
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«Möglichst viel rausgehen.» Christophe Haller vor der Basler Filiale seines Arbeitgebers.MKF

«Möglichst viel rausgehen.» Christophe Haller vor der Basler Filiale seines Arbeitgebers.MKF

Herr Haller, herzliche Gratulation zu Ihrer Nomination. Haben Sie die Sommerferien schon abgesagt?

Christophe Haller: Nein. Das erste, was ich nach der Wahl zu meiner Frau gesagt habe, war, dass wir im Juli zwei Wochen in die Ferien fahren.

Trotz Wahlkampf?

Trotz Wahlkampf. Das braucht es. Die Familie kommt zuerst.

Was wäre bei einer Wahl Ihr Lieblingsdepartement?

Es geht ja nach dem Anciennitätsprinzip. Sollte ich gewählt werden, muss ich nehmen, was die anderen übrig lassen. Mir ist jedes Departement recht, wenn ich mithelfen kann, Basel positiv mitzugestalten.

Und wenn Sie frei wählen könnten?

Ich bin Nationalökonom, ich komme aus der Privatwirtschaft. Das liegt mir nahe. Aber auch im Verkehrsbereich habe ich durch mein Amt beim TCS beider Basel Affinitäten. Ich interessiere mich zudem für Stadtentwicklung und Sicherheit. Ich bin also vielseitig. Weniger Berührungspunkte habe ich zum Erziehungsdepartement. Meine Kinder sind jetzt doch relativ weit weg von der Schule.

Was gab den Ausschlag dafür, dass Sie und nicht Herr Faller (siehe Analyse unten) nominiert wurden?

Das müssen Sie die FDP-Mitglieder fragen. Ich bin sehr dankbar, dass wir vier gute Kandidaten hatten. Es zeigt die Stärke der FDP. Höchstwahrscheinlich wollten die Mitglieder mit den beiden bekanntesten Kandidaten, die beide relativ breit abgestützt sind, ins Rennen steigen. Dadurch erhöhen sich die Wahlchancen. Vielleicht hat man in der Partei auch anerkannt, dass ich schon seit vielen Jahren aktiv politisiere. Ausserdem hatte ich im Bürgerrat schon mal ein Exekutivamt inne, wo ich doch sehr erfolgreich gearbeitet habe.

Letzten Herbst reichte es Ihnen nicht auf das Nationalrats-Fünferticket. Jetzt hat es für das Regierungsrats-Zweierticket gereicht. Was war diesmal anders?

Ich sehe mich mehr als Exekutivpolitiker denn als Legislativpolitiker. Wahrscheinlich hat das die Partei auch so wahrgenommen. Ich habe letzten Herbst auch nicht auf die Nationalratsliste gedrängt. Ich habe der Partei zuliebe kandidiert, weil ich damals Fraktionspräsident der FDP im Grossen Rat war. Das Regierungsamt reizt mich aber wirklich, da ich mich direkt für Basel engagieren kann.

Wie gehen Sie damit um, dass Baschi Dürr FDP-Topkandidat ist?

Das sagen Sie, dass er das ist.

Er erzielte das beste Resultat bei der Nomination.

Baschi Dürr ist natürlich ein ganz starker Kandidat. Wir harmonieren gut zusammen. Das Resultat zeigt vor allem eines klar: Wir wollen mit zwei Kandidaten ins Rennen und wir wollen zwei Sitze holen.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass das klappt?

Wäre ich nicht zuversichtlich, hätte ich gar nicht antreten müssen. Es ist unsere Aufgabe als Partei, eine Alternative zu Rot-Grün zu bieten. Eine andere Partei als die FDP hat dazu kaum Chancen.

Wie viel Geld werden Sie in den Wahlkampf stecken? Wie sieht Ihr Wahlkampf aus?

Ich werde sicher ein paar Franken von meinem privaten Geld investieren. Ich hoffe natürlich auch, dass ich eine gewisse Unterstützung bekomme. Ich habe noch kein Budget aufgestellt und weiss nicht, was hier auf mich zukommt. Es wird ja einen gemeinsamen Wahlkampf mit allen vier bürgerlichen Kandidaten geben. Wir wollen eine bürgerliche Mehrheit in der Regierung. Dazu müssen Carlo Conti, Christoph Eymann, Baschi Dürr und ich gewählt werden. Ich werde versuchen, viel rauszugehen, um möglichst viele Leute kennen zu lernen. Damit kann ich mich der Bevölkerung präsentieren und meine Vorstellungen vertreten. Ich will den Baslerinnen und Baslern begegnen.