Fabi
Claude Janiak: «Schweizer haben eine Liebesbeziehung zu ihrer Bahn»

Das Schienennetz in der Region ist am Anschlag. Ein breites Komitee wirbt nun für ein Ja zu Fabi am 9. Februar, damit es entlastet werden kann. Verkehrspolitiker und Ständerat Claude Janiak unterstützt das Milliardenprojekt.

Moritz Kaufmann
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Claude Janiak unterstützt Fabi (Finanzierungssystem für die Bahninfrastruktur). (Archiv)

Claude Janiak unterstützt Fabi (Finanzierungssystem für die Bahninfrastruktur). (Archiv)

Keystone

S-Bahn, Güterverkehr, Personenzüge, Fernverkehr: In Basel treffen die unterschiedlichsten Züge aufeinander. Der Takt ist hoch und das Schienennetz am Anschlag. Entlastung schaffen kann ein Milliardenprojekt mit dem harmlosen Namen Fabi (Finanzierungssystem für die Bahninfrastruktur), über das die Schweiz am 9. Februar abstimmt. Die Region Basel wird im Vergleich zu anderen Schweizer Regionen besonders profitieren, weshalb es hier auch grosse Unterstützung geniesst.

Am Mittwoch stellte das regionale Komitee – ihm gehören 16 Verbände und Parteien an – seine Argumente auf Gleis 16/17 am Bahnhof SBB noch einmal vor. Wichtigstes Argument der Befürworter: Der regionale Bahnverkehr kann durch die Fabi-Millionen entscheidend ausgebaut werden.

Spitze gegen Wirtschaftskammer

Prominentester Redner war Verkehrspolitiker und Baselbieter Ständerat Claude Janiak. Er sprach von einer «Liebesbeziehung» der Schweizer zu ihrer Bahn. Fabi sei eine ausgewogene Vorlage, man habe ein Jahr lang darüber debattiert. Nicht verstehen kann Janiak deshalb die Haltung der Wirtschaftskammer Baselland. Wie die bz letzte Woche bekannt machte, setzt sich diese gegen Fabi ein. «Das sind dieselben Leute, die uns vorwerfen, in Bern zu wenig Lobbying für die Region zu betreiben», ärgerte sich Janiak.

Stephanie Fuchs vom VCS beider Basel betonte, dass es bei Fabi nicht einfach darum gehe, möglichst viele neue Bahnprojekte zu finanzieren. 60 Prozent des Geldes würden in den Unterhalt fliessen. Also ins «Sicherstellen, was wir haben.» Nur 24 Prozent flössen in den Ausbau, der Rest werde für Rückzahlungen und Zinsen gebraucht.

Der Zug, so waren sich die zahlreichen Anwesenden auf Gleis 16/17 einig, sei immer noch die entspannteste, effizienteste und umweltfreundlichste Art, sich fortzubewegen. Ein Nein dagegen wäre eine «Katastrophe». Die Verteilkämpfe würden von neuem losgehen und bereits bewilligte Ausbauprojekte stünden vor dem Aus. Ständerat Janiak kann deshalb auch nichts mit den Argumenten der Auto-Lobby anfangen, die ein eigenes Finanzierungssystem für die Strasse fordern. «Ein Fonds für die Strasse ist bereits in Diskussion. Aber der kann erst kommen, wenn es ein Ja zu Fabi gibt», erklärt er.

Vieles spricht dafür, dass die Region Basel Ja sagt zu Fabi. Ob es am Schluss aber tatsächlich reicht, hängt davon ab, wie die Regionen stimmen, die nicht so profitieren wie Basel.