Die Zahl der Basler Quartiertreffpunkte wächst stetig. Doch der Geldtopf, mit dem diese finanziert werden, wird nicht im gleichen Ausmass grösser. Es ist ein Seilziehen entstanden. Für die Jahre 2014 bis 2016 will die Regierung 15 Quartiertreffpunkte mit insgesamt 3,9 Millionen Franken subventionieren. Zudem sollen die Stadtteilsekretariate Kleinbasel und Basel-West sowie die Quartierkoordination Gundeldingen 780'000 Franken erhalten.

Die Geldgeber neben dem Kanton sind die Christoph-Merian-Stiftung (CMS) und die Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG) Basel. Zusammen zahlen sie knapp eine Million Franken pro Subventionsperiode. Würden CMS und GGG ihre Gelder nach dem bisherigen Muster fliessen lassen, müssten sie mehr zahlen, da der Kanton die Zahl der anerkannten Quartiertreffpunkte erhöht hat. Stattdessen entschieden CMS und GGG, die Prioritäten neu zu setzen: Sie halbieren ihre Beiträge für die verwaltungsnahen Stadtteilsekretariate und erhöhen ihre Beiträge für die niederschwelligen Quartiertreffpunkte. GGG-Geschäftsführer Dieter Erb erklärt: «Die Stadtteilsekretariate erbringen viele Aufgaben im Auftrag des Kantons. Deshalb ist es Sache des Kantons, dass diese gut dastehen.» Doch die Regierung will nicht in die Bresche springen.

Die Mehrheit der Bildungs- und Kulturkommission (BKK) des Grossen Rats reagiert entsetzt. Die Folgen einer Sparrunde seien gravierend und würden existenzielle Fragen aufwerfen, argumentiert die BKK in einem am Freitag publizierten Bericht. Sie wolle verhindern, dass die beiden Formen der Quartierarbeit gegeneinander ausgespielt werden. Deshalb entschied sie mit knapper Mehrheit, die Subventionen der Sekretariate insgesamt um 120'000 Franken zu erhöhen. Die Minderheit wendete ein, dass den Stadtteilsekretariaten die demokratische Legitimation fehle. Teilweise gelten sie als Hort der Linken.

BKK-Sprecher Martin Lüchinger (SP) beobachtet einen «generellen Konflikt»: «Die CMS stösst Projekte an und überlässt sie später dem Kanton, wenn sie der Meinung ist, diese Aufgabe gehöre zum Staat.» Die Mehrheitsverhältnisse in der BKK deuten an, dass das Geschäft im Parlament umstritten sein wird.