Frau Inderbitzin, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von den Rassismus-Vorwürfen an die Negro-Rhygass und die Gugge Mohrekopf erfuhren?

Pia Inderbitzin: Ich war überrascht.

Worin gründete Ihre Überraschung?

Die Negro-Rhygass ist eine alte, traditionsreiche Basler Gugge, die schon lange beim Comité angemeldet ist. Sie wurde bislang meines Wissens nicht in einen Zusammenhang mit Rassismus gebracht – obwohl zehntausende Zuschauer sie seit Jahren sehen, auf der Strasse und am Fernsehen.

Hatten Sie Kontakt mit der Negro-Rhygass?

Wir haben immer wieder Kontakt zu Guggen und Cliquen. Das Fasnachts-Comité ist nicht verantwortlich für die Namen der Guggen und Cliquen. Die Namensgebung ist den einzelnen Vereinen überlassen. Wir sind keine Zensurbehörde. Für uns werden solche Fälle erst relevant, wenn sie strafrechtliche Folgen haben.

Was können Sie seitens Comité jetzt den durch die Debatte aufgebrachten Fasnächtlern für einen Ratschlag geben?

Das Fasnachts-Comité gibt keinen Rat, aber es ist nie falsch, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Klar: Der Zeitgeist ist heute ein anderer, der gesellschaftliche Konsens darüber, was angebracht sein soll und was nicht, hat sich geändert. Und Rassismus-Vorwürfe muss man ernst nehmen. Aber, man muss die Angelegenheit auch in ihrem Kontext sehen: Niemand hat im Sinn, rassistisches Gedankengut weiterzugeben.

Rassismus-Debatte: Facebook sperrt die Negro-Rhygass und Mohrekopf

Negro-Rhygass und Mohrekopf am Gugge-Sternmarsch am Fasnachtsdienstag 2018.

  

Professor Georg Kreis meinte im Gespräch mit der bz, dass für die Fasnacht ein besonderes Mass an liberaler Auslegung gesellschaftlicher Konventionen nötig sei. Er selbst würde, wäre er ein Guggen-Mitglied, höchstens anregen, den Knochen aus dem Haar des Maskottchens zu entfernen. Wie halten Sie es mit dieser Linie?

Wie schon gesagt: Wir haben keinen Einfluss auf den Namen und das Logo einer Gruppierung.