Tarife

Concordia vs. Privatspitäler – verhandelt wird via Medien

Auch das Bethesdaspital gerät ins Visier der Versicherung Concordia.

Auch das Bethesdaspital gerät ins Visier der Versicherung Concordia.

Die Versicherung Concordia geht auf Konfrontationskurs mit Basler Privatspitälern. Angeblich hätten die Spitäler Tarif-Verhandlungen abgebrochen.

«Unkontrolliertes Gewinnstreben auf Kosten der Allgemeinheit» würden die Basler Privatspitäler betreiben, schreibt die Krankenversicherung Concordia an die Schweizer Medien. Und feuert gleich weiter mit ganz schwerem Geschütz auf Claraspital, Bethesdaspital und Merian-Iselin Klinik: Die drei Spitäler würden mit ihrem Verhalten «grossen Druck auf die Patienten» ausüben.

Die Privatspitäler hätten die Verhandlungen über die Tarife für das laufende Jahr abgebrochen, weil die Versicherung nicht bereit sei die «neuen massiven Preissteigerungen» zu akzeptieren.

Unterschiedliche Optik

Erstaunt reagiert der Direktor einer der angesprochenen Institutionen, Stephan Fricker von der Merian-Iselin Klinik. «Ich habe da eine etwas andere Optik, es ist die Concordia, die die Verhandlungen überraschend abgebrochen hat», sagt er. Die drei Spitäler und die Versicherung mit Sitz in Luzern hätten vier Monate lang hart verhandelt und seien gemeinsam zu einer Lösung gekommen. Diese habe «marktkonforme Preise» vorgesehen.

«Dann ging der Verhandlungsführer der Concordia mit dieser Einigung in die Geschäftsleitung und kam von dort mit einer Absage zurück». Er sei sich schwierige Verhandlungen gewohnt, sagt Fricker und die drei Spitäler hätten erfahrene Leute in diese Unterredungen geschickt. «Aber die Verhandlungen mit der Concordia waren diesmal besonders ‹gspässig›».

Die Patienten leiden

Dass die Concordia nun derart Druck aufsetzt, bedauert Fricker. «Es wird hier gerade Geschirr zerschlagen», allerdings seien die Kliniken jederzeit zu neuen Verhandlungen bereit. Schade sei, dass nun die privat und halbprivat versicherten Patienten der Concordia leiden würden. «Sie könne nun eigentlich nur noch ins Unispital, wenn die Concordia uns auf die Liste der Kliniken setzt, in denen sie Leistungen nicht, oder nur teilweise abgilt.»

So gibt Fricker den Schwarzen Peter zurück an den Krankenversicherer. Für die Concordia-Kunden herrsche ab April ein vertragsloser Zustand. Das heisst, es gelten die Listenpreise. «Diese sind naturgemäss deutlich höher als jene, die die Patienten bezahlen, deren Versicherungen einen Vertrag mit den Kliniken haben.»

Preise abgesegnet

Die Concordia beschuldigt die Spitäler, sie hätten bereits in den vergangenen Jahren massiv die Preise hochgetrieben. Sie hätten, so die Versicherung, ihre Tarife «kontinuierlich stark erhöht». Ein Argument, dem Fricker nichts abgewinnen kann: «Die Preise wurden immer in Verhandlungen mit der Concordia festgelegt und die Versicherung hat die Verträge unterzeichnet.»

Wie es nun weitergeht, ist unklar, die Concordia erhofft sich von ihrem Gang an die Öffentlichkeit offensichtlich ein Nachgeben der Basler. Diese sehen aber dazu derzeit keinen Grund.

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