Die Stimmungslage am Sonntag im Rathaus sprach Bände: Lukas Engelberger wird beglückwünscht und strahlt: Er hat das beste Resultat. Martina Bernasconi wird beglückwünscht und strahlt, sie hat die Erwartungen weit übertroffen. Und Eduard Rutschmann strahlt auch, er hat mehr Stimmen bei einer basel-städtischen Regierungsratswahl gemacht als je ein SVPler vor ihm.

Ob all der Beglückwünschungen und der Strahlerei ging eines fast vergessen: Das war eine Vereinsmeisterschaft, kein echtes Match, denn der wahre Gegner war gar nicht angetreten. Mitte-Links, die Mitte und die Rechte hatten sich zu einem Grümpeli getroffen und mit leicht voneinander abweichenden Programmen um die Wählergunst gebuhlt.

Erstaunlich ist, wie stark Martina Bernasconi offenbar im linken Lager punkten konnte: Dabei halfen ihr wohl ihre Herkunft von der eher links einzuordnenden Frauenliste und die Tatsache, dass eine zweite weibliche Stimme der Basler Regierung sicher nicht schaden würde.

Eduard Rutschmann hat vor allem eines bewiesen: Der Anspruch, den die SVP auf einen Regierungsratssitz geltend macht, diesen Anspruch sehen die Stimmberechtigten nicht. Und wenn die SVP wirklich einmal in die Regierung einziehen will, dann braucht sie einen guten Kopf und einen hervorragenden Wahlkampf. Beides hat sie dieses Mal - wieder - nicht geliefert.

Und Lukas Engelberger? Der wird am 22. Juni mit einem soliden Resultat in die Basler Regierung gewählt.