Es ist unüblich, dass Coop Stellen abbaut. Allenfalls werden oder wurden Arbeitsplätze verschoben, wie das etwa im Bäckereibetrieb oder Logistikzentrum Basel geschah. Dort waren bis vor gut einem Jahr bis zu 400 Personen beschäftigt. Diese sind heute zumeist im gigantischen Coop-Neubau in Schafisheim tätig.

Jetzt aber baut Coop Schweiz am Hauptsitz in Basel und in der Einkaufs- und Verteilzentrale Non-Food in Wangen bei Olten Stellen ab. Auf 1. Juli werden die Managementbereiche «Categories» und Marketing mit der Beschaffung zusammengelegt, bestätigte ein Coop-Sprecher den Hinweis eines Lesers. Die Zusammenführung der Abteilungen habe einen Abbau von 40 bis 45 Stellen inklusive 14 Kündigungen zur Folge. Im Vordergrund stehe aber nicht der Abbau, sondern die Effizienzsteigerung im Bereich der Verwaltung. Rund 60 Prozent des Abbaus erfolgt in Basel, 40 Prozent in Wangen. «Categories» ist der Fachausdruck für Sortimentgruppen wie Früchte und Gemüse, Getränke, Milchprodukte, etc. Insgesamt hat Coop, zusammen mit «Bau und Hobby», 24 Haupt-«Categories».

«Begleitmassnahmen» von Coop

Syna wurde als Sozialpartnerin von Coop über die Massnahmen informiert. Ein Konsultationsverfahren ist nicht vorgesehen – wegen der Anzahl betroffener Mitarbeitenden gilt die Massnahme nicht als Massenentlassung. Coop habe zugesichert, dass die in der Vergangenheit mit den Sozialpartnern entwickelten sozialen Begleitmassnahmen angewendet würden. Diese sehen unter anderem eine Unterstützung der betroffenen Mitarbeitenden bei der beruflichen Wiedereingliederung vor.

Die «Category»-Manager müssen ein grosses Spezialwissen aufweisen. Das kann für die Betroffenen je nach dem ein Vorteil sein, wenn gerade solches Wissen gefragt ist. Andernfalls muss eine Neuorientierung stattfinden. In Basel sind am Hauptsitz insgesamt 1623 Mitarbeitende beschäftigt, in Wangen in der Verteilzentrale 921.

Coop hat gestern ausserdem bekannt gegeben, dass sich das Unternehmen mit den Sozialpartnern auf eine Steigerung der Gesamtlohnsumme im kommenden Jahr um 0,5 Prozent geeinigt habe. Nachdem Coop mehrere Jahre nur die Mindestlöhne angehoben habe, werde die Erhöhung der Lohnsumme nächstes Jahr individuell verteilt, schreibt die Gewerkschaft Unia in ihrer Mitteilung von gestern. Mindestens 70 Prozent aller Angestellten würden eine Lohnerhöhung erhalten.