Coop will seine Logistik und Bäckereien zentralisieren. Bis 2015 sollen so jährliche Kosten von 58 Mio. Fr. eingespart werden, bei einmaligen Investitionen von 410 Mio. Franken. Rund 1000 Jobs werden von Basel, Wallisellen und Dietikon nach Schafisheim verlegt. Unter dem Strich fallen durch diese Rochaden laut der Gewerkschaft Unia rund 200 Stellen weg.

Die «Logistik und Bäckereistrategie 2015+» des Grossverteilers soll bis 2016 abgeschlossen sein, wie Coop am Mittwoch mitteilte. Zentrale Rolle spiele der unbegleitete kombinierte Schienenverkehr von Waren von den nationalen Verteilzentren direkt bis in Verkaufsstellen - dazu habe Coop die Firma railCare AG gekauft.

Kernpunkt des Effizienzprogrammes ist die Zusammenlegung der Verteilzentren der Region Zentralschweiz-Zürich sowie Nordwestschweiz in einem Neubau in Schafisheim AG. Ganz geschlossen wird die Verteilzentrale Basel. Dies erlaube grosse Synergien dank Automatisation bei Lagerung und Kommissionierung.

Ofen aus in Basel und Wallisellen

Auch die Tiefkühllogistik will Coop in Schafisheim zentralisieren; geschlossen werden die Tiefkühl-Verteilzentralen Givisiez FR und Hinwil ZH. Frisch- und Tiefkühl-Backwaren sollen künftig ebenfalls in Schafisheim produziert werden, womit die Bäckereien in Basel und Wallisellen wegfallen.

Coop will mit der neuen Bäckereistrategie den Vertrag mit HiCoPain in Dagmersellen LU nicht verlängern. Bestehen bleiben sollen die regionalen Bäckereien Aclens VD, Bern, Castione TI, Chur und Gossau SG.

Coop will allen von Rochaden betroffenen Angestellten zwei Jahre vor der Schliessung eine «adäquate neue Stelle» anbieten, wie es weiter heisst. Auch den HiCoPain-Angestellten werde ein neuer Job angeboten.

Neue Jobs für alle Betroffenen versprochen

Betroffen sind in Basel rund 450 Coop-Angestellte, in Wallisellen 350, in Dietikon 250, sowie in Givisiez und Hinwil je 35. Unter dem Strich werde jedoch keine einzige Stelle abgebaut, sagte eine Coop-Sprecherin.

Die Verteilzentrale Dietikon wird im Zuge des neuen Effizienzprogrammes "umfunktioniert": Unter anderem soll der Internetservice coop@home künftig von dort aus ausliefern. Ausgebaut und erneuert werde ferner die Verteilzentrale Pratteln BL.

Das Effizienzsteigerungsprogramm spare nicht nur Geld, sondern sei auch sauberer, teilte der Grossverteiler weiter mit. Jährlich fielen mit der Verlagerung von bisherigen Lastwagentransporten auf die Schiene rund 4800 Tonnen CO2-Ausstoss weg.