Coronaimpfung
Polizisten kriegen die Impfreste – Lehrer haben das Nachsehen

Rund 80 Angehörige der Kantonspolizei wurden bereits mit übrig gebliebenen Dosen geimpft. Eine Möglichkeit, die andere Berufsgruppen nicht haben.

Jonas Hoskyn
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Noch immer gibt es mehr Impfwillige als Dosen.

Noch immer gibt es mehr Impfwillige als Dosen.

KEYSTONE

Der Kanton Basel-Stadt hat einen Impfplan, der strikte befolgt wird. Demzufolge werden nur wenige Gruppen berufsbedingt bevorzugt. Es handelt sich dabei um Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Pflegepersonal in Institutionen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko, also etwa Wohneinrichtung für ältere oder behinderte Personen.

Kein Thema dagegen ist etwa die Forderung von Lehrerinnen und Lehrern, dass sie angesichts ihres alltäglichen Infektionsrisikos prioritär geimpft werden. Während andere Kantone dem Lehrpersonal entsprechende Angebote gemacht haben, müssen sie sich in Basel-Stadt wie alle anderen auf der Warteliste eintragen.

Recherchen der bz zeigen nun aber, dass Angehörige der Basler Kantonspolizei die Möglichkeit haben, sich schneller impfen zu lassen – kommuniziert wurde dies bisher nicht. Konkret geht es um die Restdosen, die am Ende eines Tages übrig bleiben. «Falls sich abzeichnet, dass viele Personen nicht kommen, zusätzliche Restdosen vorhanden sind und keine Personen mit höchstem Risiko erreicht werden können, werden Polizistinnen und Polizisten im Aussendienst für eine Impfung angefragt», bestätigt Anne Tschudin vom Basler Gesundheitsdepartement. Für allfällige Restdosen würden weiter auch Personen aufgeboten, welche dem Impfzentrum durch die Spitäler und Ärzte aufgrund höchsten Risikos gemeldet werden. Durch das Vorgehen würden praktisch keine Impfdosen verloren gehen. Konkret mussten in Basel von bisher über 84‘000 Impfdosen nur 98 entsorgt werden – dies in der Anfangsphase, vorwiegend im Januar.

Spontan im Impfzentrum vorbeischauen, ist sinnlos

Polizeimitarbeitende im Ausseneinsatz hätten laufend Kontakt zu allen Bevölkerungsschichten, so die Begründung. «Ihr Ansteckungsrisiko bei Einsätzen, Hilfeleistungen, Kontrollen oder Interventionen, mit Personen in Kontakt zu kommen, die eventuell symptomatisch sind, ist höher einzuschätzen als beispielsweise in einer Klasse, wo Schutzkonzepte und Schutzmassnahmen wie Plexiglasscheiben, Abstandhalten zwischen den Personen möglich sind», sagt Tschudin. Weiter seien Einsatzorganisationen in der Lage, ihr Personal sehr kurzfristig für Impfungen zu mobilisieren.

Kein Thema ist in Basel-Stadt eine sogenannte Joker-Liste, wie es sie zeitweise in anderen Kantonen gab, mit Namen von Personen, die kurzfristig zu einer Impfung aufgeboten werden. Auch spontan am Abend in der Hoffnung auf Impfreste beim Messezentrum vorbeizuschauen, ist sinnlos. «Man erhält nur Zugang ins Impfzentrum, wenn man einen Termin hat», sagt Tschudin.