Coronavirus
Corona-Massentests: Basel-Stadt lehnt sie ab, Baselland hält sie für «den Schlüssel»

Was in Graubünden bereits geschehen ist, wird derzeit in vielen Kantonen besprochen. So auch in den beiden Basel. Doch einmal mehr könnten die Haltungen der Nachbarn kaum unterschiedlicher sein.

Michael Nittnaus
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Zu einem Massentest wie in Graubünden wird es Stand jetzt im Kanton Basel-Stadt nicht kommen. (Archivbild)

Zu einem Massentest wie in Graubünden wird es Stand jetzt im Kanton Basel-Stadt nicht kommen. (Archivbild)

Nicole Nars-Zimmer

15'000 Personen liessen sich vergangenes Wochenende im Kanton Graubünden auf das Coronavirus testen, 150 Infizierte wurden dabei entdeckt. So lautete das Resultat des ersten Schweizer Massentests. Die Behörden zeigten sich zufrieden mit der gross angelegten Aktion, da so Infizierte gefunden werden konnten, die keine Symptome gezeigt hatten.

Auf Anfrage der bz zeigt sich, dass die beiden Basel bei diesem Thema einmal mehr verschiedene Wege einschlagen. «In Basel-Stadt sind keine grossflächigen Massentests vorgesehen», hält Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements, fest. Um das Virus nachhaltig einzudämmen, müsste sich über 80 Prozent der Bevölkerung testen lassen – und dies wiederholt. «Das wäre sehr aufwändig und man müsste die Bevölkerung fast zwingen. Das ist ausgeschlossen», wird Tschudin deutlich. Zum Vergleich: Die auf die Region Südbünden konzentrierten Tests waren freiwillig. Dort leben 35 000 Menschen. Teilgenommen haben bloss 43 Prozent.

Weber: «Der Schlüssel sind hier Massentestings»

In Baselland klingt es anders. An der letzten Landratssitzung Anfang Dezember hielt Gesundheitsdirektor Thomas Weber während der Fragestunde eine spontane Lobrede auf Massentests: Beim Testen müsse man auch Leute erreichen, die asymptomatische Virusträger seien. Und dies sei ein signifikant hoher Anteil der Bevölkerung. «Der Schlüssel sind hier Massentestings», so Weber. Er schränkte allerdings ein, dass man dafür auch Speicheltests einsetzen können müsste, da es dafür im Gegensatz zu den Nasen-Rachen-Abstrichen nicht immer medizinisches Fachpersonal brauche. Ein entsprechende Methode wurde Anfang Monat von der Uni Zürich vorgestellt.

Ob Baselland tatsächlich auf Massentests setzen wird, war gestern Montag noch nicht zu erfahren. «Falls dies umgesetzt würde, erfolgt auch eine Kommunikation», hielt Regierungssprecher Nic Kaufmann trocken fest.