Corona-Massnahmen

Corona putzt ganz Basel durch: So sauber war die Stadt noch nie – dennoch üben Basler illegale Abfall-Tricks

Die Stadtreinigung hat markant weniger zu tun, die Sauberkeit und Ruhe bringen Tiere zurück in die Stadt. Ein Problem bleibt aber der Hausabfall: Denn selbst in der Krise entsorgen die Basler ihren Kehricht immer noch illegal in den städtischen Parks.

So anhaltend sauber war Basel schon lange nicht mehr. Die Stadt, die ansonsten bei den ersten Anzeichen von Frühling unter der Abfall- und Litteringlast zu ächzen beginnt, präsentiert sich zurzeit clean. Ohne Menschen und Konsum gibt es nachweislich auch kaum Verschmutzung des öffentlichen Raums. So bestätigt Daniel Hofer, Sprecher des Basler Bau- und Verkehrsdepartements, auf Anfrage: «Der Abfall ist beträchtlich zurückgegangen.» Die Stadtreinigung reinige die Stadt zurzeit entsprechend weniger, da es deutlich weniger Bedarf gibt.

Etwas anders klingt es allerdings von Seiten der Stadtgärtnerei. Zwar halten sich die Menschen grundsätzlich an die Einschränkungen zur Nutzung der Parkanlagen, entsprechend habe Littering in den Parks abgenommen. «Die illegale Entsorgung von Haushaltskehricht hält jedoch den Aufwand für die Kübelleerung und Abfallentsorgung immer noch auf hohem Niveau.»

Illegale Abfall-Tricks trotz Krisensituation

Das Problem ist in Basel bekannt, insbesondere in den Sommermonaten sorgt die illegale Entsorgung von Hauskehricht für zusätzliche Verstopfung der Container am Rheinbord. Die Umgehung der Abfallgebühren bleibt also auch in Krisenzeiten ein unschönes urbanes Phänomen. Dies, obwohl auch die Stadtreinigung bereits mehrfach und von Kampagnen begleitet gegen die illegale Abfallentsorgung vorgegangen ist.

Neben den Strassen ist auch die Luft weitgehend sauber. Der stark reduzierte Verkehr hat zur Folge, dass überall in der Region die Grenzwerte deutlich unterschritten werden, und zwar ganztägig. Dies auch an der Basler Feldbergstrasse, die als berüchtigte Strecke für Luftbelastungen, insbesondere Feinstaub, gilt. Ein Blick auf die Karte des Lufthygieneamts beider Basel zeigt eine durchgehend belastungsarme Qualität der Luft.

Fasan an der Hauptverkehrslinie, Spazierparadies Bruderholz

Derweil langsam auch eher seltene Tiere wieder in Basel anzutreffen sind. So schickte bz-Leser Erich Philipp der Redaktion einen Schnappschuss, auf dem ein Fasan abgebildet ist – in der wie ausgestorben wirkenden Anlage des Jacob- Burckhardt- und Peter-Merian-Hauses direkt beim Basler Bahnhof. Üblicherweise herrscht dort wochentags Hochbetrieb, da die Universität Basel dort mehrere Fakultäten betreibt sowie internationale Unternehmen wie die Straumann Group ansässig sind.

Die Allmendverwaltung äussert sich zurzeit nicht zur Situation im öffentlichen Raum der Stadt. Der Grund ist simpel: Sie kann nur Aussagen zur Nutzung des öffentlichen Raums machen, die eine Bewilligung benötigt. Dies betrifft zum Beispiel Boulevardgastronomie, Veranstaltungen oder Warenauslagen auf Allmend. Da aber sowohl in der Innenstadt als auch in den Quartieren sämtliche Veranstaltungen untersagt sowie Beizen und Läden geschlossen sind, gibt es zumindest im kantonalen Sinne zurzeit gar keine Nutzung des öffentlichen Raums. Das hält die Leute allerdings nicht davon ab, zwischendurch an die frische Luft zu gehen. Insbesondere das weitläufige Bruderholz-Quartier ist zu einem Magnet für Spazierende geworden.

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