Universität Basel

Corona sorgt für Uniboom: Zehn Prozent mehr Studienanfänger in Basel

Die Uni Basel ist auf Wachstumskurs. (Symbolbild)

Die Uni Basel ist auf Wachstumskurs. (Symbolbild)

Corona macht das Zwischenjahr zunichte: Maturanden gehen direkt an die Universität.

Die Uni Basel ist auf Wachstumskurs: In diesem Jahr haben sich rund zehn Prozent mehr Schulabgänger angemeldet als 2019. Statt der 1800 neu Immatrikulierten 2019 werden zu Beginn der Vorlesungen übernächste Woche über 2000 neue Gesichter erwartet, wie Uni-Sprecher Matthias Geering bestätigt.

Auch wenn die genauen Zahlen erst nach Semesterstart vorliegen: Es ist zu erwarten, dass die Schwelle von 13000 Immatrikulierten an der Uni Basel in diesem Semester erstmals überschritten wird.
Grund dafür ist die Corona-Pandemie, welche so manchem Maturanden die Lust an einem Zwischenjahr genommen hat. Die bz hat mit mehreren Mittelschulabgängern gesprochen, die ihre Pläne begraben mussten. Die 18-jährige Nina Wittlin beispielsweise wollte nach ihrer Matur am Bäumlihof-Gymnasium drei Monate durch Vietnam reisen und das so genannte Häfeli-Praktikum im Hinblick auf das Medizinstudium machen.

Als sich abzeichnete, dass ihre Reise coronabedingt ins Wasser fallen würde, war es schon zu spät für den Numerus Clausus des Medizinstudiums. Wittlin wird stattdessen ein Jahr Pharma studieren, auch wenn sie im kommenden Jahr voraussichtlich den Studiengang wechselt. Für sie ist das nicht weiter schlimm: «Verlorene Zeit ist es nicht. Ich freue mich auf das Studium. Wir hatten ja jetzt keinen geregelten Schulalltag seit Mai. Das ist nun schon ein halbes Jahr, in dem ich nichts getan habe.»

Enttäuschung hält sich in Grenzen

Ähnlich geht es Claudio Rinaldi, ebenfalls Bäumlihofabgänger. Der 19-Jährige wollte das Zwischenjahr nutzen, um «ein bisschen zu arbeiten und ein bisschen zu verreisen», wie er sagt. Seine Enttäuschung darüber, dass die Reisepläne durchkreuzt worden sind, hält sich in Grenzen. «Fix war ohnehin nichts», sagt er. Er werde das Zwischenjahr nun nutzen, um an der Uni eine Fächerkombination zu testen: Soziologie und Kunstgeschichte. «Ich probier das einfach mal aus», sagt Rinaldi. Dereinst wolle er eher Geschichte studieren.

Für die Uni bringt der sprunghafte Anstieg der neu Immatrikulierten keine grösseren Probleme mit sich. Corona spielt der Hochschule gar in die Karten. Platzprobleme sind nicht zu befürchten, da viele Vorlesungen online durchgeführt werden. «Die Universität Basel wird im Herbstsemester nur zirka ein Drittel Präsenzunterricht anbieten», sagt Geering. Zwei Drittel der Veranstaltungen fänden online statt – Grossveranstaltungen mit über hundert Anwesenden werde es ohnehin nicht geben.

Einstieg ins Studium soll ermöglicht werden

Bei den Erstsemestrigen sei der Anteil an Präsenzveranstaltungen allerdings deutlich höher. «Wir wollen ihnen den Einstieg ins Studium und neue soziale Kontakte ermöglichen», sagt Geering.

Dass die Betreuungssituation der Studierenden wegen der vielen Neuanmeldungen schlechter werden könnte, darüber macht sich der Uni-Sprecher keine Gedanken. «Wenn die Studierenden jetzt anfangen und viele das Zwischenjahr einfach im 2021 ansetzen, dann ist das ein kurzfristiger Effekt, sodass man die Betreuungsverhältnisse nicht korrigieren muss», meint er.

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