Es ist wohl das schwierigste Dossier, das Conradin Cramer (LDP), der neue Basler Bildungsminister, von seinem Vorgänger Christoph Eymann geerbt hatte: Die Universitätsfinanzierung und die Zusammenarbeit der beiden Halbkantone auf diesem Gebiet.

Fast beiläufig erwähnte der durch und durch eloquente Cramer an seiner «100 Tage im Amt»-Medienkonferenz, er hoffe, dass sich Basel-Stadt und Baselland noch vor den Ferien zu einer Leistungsvereinbarung zur Universität durchringen können. Innerhalb dieser geht es unter anderem um die Kostenaufteilung. Baselland hatte im Sommer 2015 angekündet, ab kommendem Jahr 25 Millionen Franken weniger an die Uni zu bezahlen.

«Geist der Zusammenarbeit»

Nein, Details gebe er nicht bekannt. Aber soviel: Er habe gewusst, dass das «Atmosphärische» im Dialog mit der Kollegin des Landkantons, Monica Gschwind, entscheidend sei, und es sei sein Ziel gewesen, diese Atmosphäre zu schaffen. Es gehe um nichts anderes als den «Geist der Zusammenarbeit». Jetzt herrsche ein gutes Einvernehmen, das auch unkomplizierte Kontakte ermögliche.

«Manchmal in Sitzungen mit verschiedenen verantwortlichen Stellen, manchmal per Telefon, manchmal per Mail.» Ja, sicher -zig Mal sei er mit ihr in Kontakt gewesen. Basel-Stadt und Baselland hätten im Prinzip gar keine Wahl. «Das Thema muss einfach erledigt werden.» Stadt und Land seien verzahnt und voneinander abhängig.

Auch der Uni-Standort Baselland ist ein Thema. Das Kriterium in dieser Frage: «Die Lösung muss betrieblich und betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, und zwar für die Uni», sagte Cramer. Auch hier steuert Cramer einen Deblockade-Kurs, sie seien am «Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel».

Schulen und Baustellen

Das andere grosse Thema Cramers ist die Schule und deren Baustellen. «Lose, luege, laufe», diese alte Weisheit für junge Menschen, die die Strasse überqueren wollen, habe er sich zu eigen gemacht. Er sei nicht einer, der komme, um alles umzukrempeln und um den neuen Chef zu markieren. Er wolle, dass Ruhe in die Organisation kommt, die erst gerade einen grossen organisatorischen Umbau hinter sich hat. Umgebaut wurden auch zahlreiche Schulhäuser, was den Betroffenen einiges abverlangt hatte.

Richtig, Cramer ist fast so etwas wie ein Lehrerversteher (korrekt würde das heissen: ein Lehrpersonenversteher, aber dieses Wort wäre noch viel hässlicher), und wir meinen das hier nicht ironisch oder herabmindernd. Mehrmals hat er für Lehrerinnen, Lehrer und Fachleute aus dem pädagogischen Bereich eine Hotline eingerichtet, wo diese in insgesamt sechs Stunden ihre Sorgen, Anregungen und Kritik kundtun konnten. Er ging dabei nicht auf Details ein, sagte aber: «Und zum Schluss, wissen Sie, was ganz viele gesagt haben: Ich unterrichte extrem gerne!» Derlei macht Freude.

Sachte Entbürokratisierung

Eine oft gehörte Klage ist die Bürokratisierung des Schulbetriebes. Cramer hat das Problem erkannt. Er setzt dabei auf pragmatische, einfach umsetzbare Lösungen, vielleicht auch nur kleine. So hat er einen sehr umfangreichen und «wissenschaftlich hervorragend gemachten» Fragebogen für Lehrerinnen und Lehrer um einen Drittel kürzen lassen. Auch sei die interne Drucksachenproduktion uferlos geworden. Hier sind Reduktion und Vereinfachung angesagt.

Eine grössere «Kiste» hingegen würde die Revision des Tagsbetreuungsgesetzes. Auch dieses soll vereinfacht werden. Hier sei er als Jurist gefordert. Die Integrative Schule sei anspruchsvoll, stelle er nach vielen Gesprächen fest.

Kinder brauchten je nach dem eine spezielle Betreuung, die nur schwer innerhalb eines bestehenden Klassenverbandes zu erbringen sei. Für die Lehrpersonen käme es da in Einzelfällen zu «enorm schwierigen Situationen». Er wolle aber nicht grundsätzlich zurück zum «alten» System mit Kleinklassen. Es gehe um eine «Justierung».