Wahlen

CVP-Mann Daniel Albietz schafft es in Riehens Exekutive

Ein Einziger von zehn Kandidaten hat die Wahl in den Gemeinderat geschafft. Das Rennen um die fünf weiteren Plätze bleibt spannend

Er strahlte übers ganze Gesicht und musste überall Hände schütteln: Daniel Albietz, der grosse Sieger des Tages. Von zehn Kandidaten überwand nur der CVPler das absolute Mehr bei den Gemeinderatswahlen. Damit ist der Familienvater der einzige, der es am Sonntag schon in Riehens Exekutive geschafft hat. „Es ist schon speziell, dass sich der ganze Fokus auf einen richtet", sagt er unmittelbar nach der Wahl. Albietz‘ Resultat darf man durchaus als kleinen Triumph werten. Er erhielt 3510 Stimmen und damit 460 Mehr als die zweitplatzierte Christine Kaufmann. Sie verpasste mit 3050 Stimmen das absolute Mehr (3142 Stimmen) nur knapp. Zwei „Hauptgründe" gebe es für sein gutes Abschneiden. „Erstens habe ich einen Bisherigen-Bonus. Zweitens waren wir in eine starke Allianz eingebunden." Für letzteres spricht auch das überraschend gute Ergebnis der FDP-Frau Silvia Schweizer. Sie schaffte das viertbeste Resultat und darf sich für den zweiten Wahlgang alle Hoffnungen machen. Die FDP gehört somit zu den grossen Profiteuren des bürgerlichen Bündnisses aus SVP, FDP und CVP.

SP will angreifen

Auch die EVP darf zufrieden sein mit dem Resultat. Christine Kaufmann und Annemarie Pfeifer belegen die Ränge zwei und drei und dürften in vier Wochen ohne Probleme ins sechsköpfige Gremium gewählt werden. Sollte es Kaufmann nicht ins Präsidium schaffen - wonach es aktuell aussieht - kann sie sich doch über die Wahl in den Gemeinderat freuen. Der auf Rang fünf platzierte Guide Vogel gibt sich ebenso optimistisch. Nachdem die SP im Wahlkampf vor allem auf den Sitzgewinn im Einwohnerrat gepokert und keine Gesichter auf ihren Plakaten gezeigt hatte, werden man nun voll angreifen. „Jetzt kommt die Personenwahl", sagt Vogel - und rechnet deshalb noch mal mit zusätzlichen Stimmen.

Ernüchterung für SVP

Als enttäuschend kann man das Resultat von Eduard Rutschmann auf dem sechsten Platz bezeichnen, auch wenn er selber das nicht so sieht: „Es ist immer schwierig als Oppositionspolitiker in ein Exekutivamt gewählt zu werden. Die Leute trauen einem nicht zu, dass man mit den anderen zusammenarbeiten kann." Doch Rutschmann ist einer der bekanntesten Politiker Riehens und trieb als Stratege massgeblich die Kandidatur von Hansjörg Wilde ins Präsidium voran. Innerlich dürfte ihn sein mittelmässiges Abschneiden ziemlich fuchsen, zumal seine Wahl noch keineswegs sicher ist.
Bitter ist das Resultat für die LDP. Sie erhielt die Quittung für das alleinige Vorspreschen. Die beiden Kandidaten der Traditionspartei, die so selbstbewusst den Alleingang wählte, belegten die hintersten beiden Plätze. Präsidiumskandidat Thomas Strahm schnitt gar noch schlechter ab als Christoph Bürgenmeier. „Ich hoffe nun, dass sich Thomas Strahm zurückzieht", sagt Eduard Rutschmann, „er hat die bürgerliche Zusammenarbeit vehindert." Und Daniel Albietz meint: „Es gibt Gesprächsbedarf. Aber es ist die LDP, die auf uns zukommen muss." Der Ärger über die Liberalen ist in Riehen noch nicht verflogen.

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